Montenegro bis Bosnien Herzegowina

Die nächste Nacht verbrachten wir beim Strand von Buljarica, da stand ich letztes Jahr mit Uschi und John.
Ein vom Krieg zerstörter und verlassener Camping, nur noch paar Ruinen aber ein schöner Strand und ein nettes, gutes Restaurant.
Dann fuhren wir weiter über Budva und Kotor, eigentlich wollte ich da mit Sigi einen Altstadtbummel machen, doch hier ist der Touristenstrom schon viel zu gross, Parkmöglichkeiten für Womos fast nicht zu finden und ein riesiges Kreuzfahrtschiff lag vor Anker. ..und alle (2000?) Passagiere auf Besichtigungstour!
Leider auch nicht, wie in Griechenland, hilfsbereite Polizei, sondern nur ein Polizist, der uns genervt drauf hinweist, unser Fahrzeug sei zu gross für die Strasse, und wir sollen zurück und weg fahren.
So machten wir uns wieder auf die Fahrt zur Bosnischen Grenze. Tante Navi ist ja wohl lernfähig, sie weiss dass wir kleine Bergsträsschen lieben…. und schickt uns ein steiles, ziemlich verschlissenes Strässchen den Berg rauf. Machte aber wie immer Spass und die Aussicht war super… paar gemütlich, am Strassenrand lagernde Rindviecher schauten uns erstaunt an.
Vor der Grenze dann wieder eine lange Schotterstrecke/Baustelle, auf der uns eine Planierraupe entgegenkam und uns platt walzen wollte, da wir nicht ausweichen konnten, und ein LKW so arg im Weg stand, dass sein Spiegel leiden musste. Dafür hat uns dann ein Bagger 5 min lang den glatten Weg nochmal planiert… alles nicht so ganz zu verstehen, aber lustig.
Auf 1050 M.ü.Meer übernachteten wir bei einem Picknickparkplatz am Klinje See, schön kühl.. am Morgen 1 Grad.
Nach dem Frühstück brachen wir auf, unser Ziel war das Autocamp Blagaj, bei Alen, Elma und ihrem Vater.
Bis dahin aber führten uns die recht guten Strassen über die schönen Berge, im Hintergrund immer noch tief verschneite Bergspitzen und sogar am Strassenrand hatte es ab und zu noch Schneereste.
Durch den härteren Winter als gewohnt hat die Schneeschmelze und der viele Regen die kleinen Flüsse anschwellen lassen und riesige Flächen Land überschwemmt. Das Flüsschen, welches sich lieblich durch die Ebenen zwischen den Bergen hindurch schlängelt, ist zu einem breiten Strom angewachsen und wir staunten nicht schlecht, als wir Kuhherden mitten im Fluss mit Wasser bis zur Brust, stehen und genüsslich das leuchtend grüne Gras fressen sahen. Wie Wasserbüffel, welche wir eigentlich in Kampanien (Italien), dem traditionellen Mozzarella di Buffalo Zampano Gebiet, zu sehen gedachten und zu selten zu sehen bekamen. (Leider, sie waren oft massenweise auf schmutzigen Ausläufen und Ställen gehalten).
Hier sahen die Kühe ganz zufrieden und glücklich aus. Immer wieder ein Berg hinauf und hinunter durch mit Krüppeleichen/Steineichen und Sträuchern bewaldetes Gelände, viele Steine… hübsch gepflegte Häuser und Gärten und leider auch viele Kriegsruinen und leider auch öfter wieder am Strassenrand oder Abhängen wilde Müllhalden… schade!
Unterwegs kaufen wir bei drei Frauen, die dick eingepackt in Pullover, Winterjacke und Schal, am Strassenrand auf Stühlen sitzend, strickend und auf Kundschaft wartend, ihre Produkte des Winters…. Pullover, Westen, Schals, Mützen und Socken zwischen Bäumen auf gespannter Wäscheleine zum Verkauf anpriesen.
Natürlich wollte jede von ihnen etwas verkaufen, wir beschränkten unseren Einkauf aber auf drei paar warme (kratzende) Naturschafwollsocken.

Bald schon erblickten wir die Festung Stjepan Grad und somit waren wir fast am Ziel.
Die Campbesitzer Familie begrüsste uns wieder herzlichst und freute sich über unseren Besuch.
Natürlich wurden wir gleich wieder mit Willkommensdrink verwöhnt und Abends zur Geburtstagsfeier des momentan einzigen anderen Gastes, Gerhard, eingeladen.
Wie jedesmal wenn wir hier waren, durften unser Gläser nie leer werden, es gab Grillfleisch, Würste und Salat.
Elma hat unser Riesenpaket Dreckwäsche mitgenommen und wenn heute das Wetter gnädig bleibt, sollte diese auch trocknen.
Gestern wurden wir nämlich mit Regen gestraft. Aber heute scheint zum Glück die Sonne wieder heiss.

Übrigens, Micky geht es nun wieder besser. Zwar schiebt er Heisshunger und muss Diät halten, kriegt sein Futter genau abgemessen, nur wenig Trockenfutter, dafür Frischfleisch und Joghurt, Hüttenkäse oder ähnliches.
Der Wecker klingelt Morgens und Abends regelmässig zum Blutzuckerwerte messen und Insulin spritzen… er ist ein braver Patient und hält geduldig hin, nur müssen wir dauernd auf der Hut sein, damit er den Andern kein Fressen klaut. Durst hat er immer noch, doch hält er meist wieder eine Nacht durch ohne Pippi gehen und ohne Panne :-))
Auch seine Werte sind nicht mehr sooo beängstigend hoch.

Für Janosch möchten wir ein Kinder Nachtlicht kaufen, waren dafür sogar in einem grossen Toys Laden und in Elektrogeschäften, wobei mir nur eine leuchtende, blinkende und musizierende Uhr angeboten wurde…. nicht ganz sinnvoll für meinen gehörlosen Oldie. Der Arme fühlt sich nämlich glaub nachts im Dunkeln verlassen und unsicher, ohne die gewohnten Geräusche um ihn rum zu hören.
Und auch das Halsband mit Vibration werde ich ihm bestellen, um ihn auf mich aufmerksam zu machen und damit ich ihn abrufen kann.

Wir haben hier mal genug Zeit und Musse, angestanden Arbeiten zu verrichten, Sigi hat die Womogarage aufgeräumt und geputzt, ich den Plattfuss an meinem E-Bike geflickt und hier und da eine lockere Schraube angezogen.


Dank mal Free Wifi vom Camp und Strom aus der Dose laufen unsere elektronischen Geräte auf Hochtouren, es wird getippt, gespielt und gesurft.
Ich bin am Suchen und bestellen… Die Energieversorgung unserer Monschterburg ist etwas schwach und ich möchte auf LiFePo4 (Lithium) Batterien umsteigen und ein zusätzliches Solarpanel aufs Dach montieren.
Wer die Wahl hat, hat die Qual… und da ich von Stromerei nicht viel verstehe, überflutet mich das Angebot im www.

Da wir ja momentan in Nicht-EU-Ländern reisen, können wir nicht telefonieren, das kommt übermässig teuer, Simkarte für den Wlanrouter kaufen wir erst wieder in Kroatien und das Internet mit der Satschüssel ist immer noch grässlich langsam und nicht stabil genug, um vernünftig was damit zu machen.
Das war wirklich ein teurer Fehlkauf und „Lernblätz“ als Womo Anfänger!

Liebe Grüsse in die Heimat… bis bald

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