etwas mehr wilde Natur… Saaremaa

Fotogalerie von Lettland nach Saaremaa/Estland

Flugs waren wir weiter… und nun in Estland… genauer auf den Inseln von Estland und da auf der mittleren Saaremaa. Da werden wir nun mal etwas Pause machen, unser Übernachtungsplatz ist dieses Mal 5***** es stimmt einfach alles! Eine natürliche Terrasse, paar Meter vom Ufer entfernt, in einer Riesenbucht, flach und sooo ruhig.
Die gegen 100 Schwäne, welche den Morgen lang im seichten Wasser „geweidet“ haben, sind nun am Siesta machen.
Litauen und Lettland begeisterten uns nicht so besonders, ja sicher es hat schöne Plätzchen, nett gebaute Ausflugsziele, Aussichtstürme, Freilichtmuseum etc., aber eben nicht unsere geliebte Wildheit und Freiheit in der Natur, obwohl die Bevölkerungsdichte ja sehr klein ist.

Die Fährfahrt ging von Virtsu nach Muhuu, knapp 15€… ein Luxuskahn, so sanft und leise, dass wir nicht mal bemerkten, dass wir schon ausgelaufen waren.
Ein lecker und gut gekochter Gulasch für Sigi und mir eine prima Fischsuppe verkürzten die ohnehin schon schnelle Fahrt.
Kaum angekommen bogen wir auf eine von Sigi gegoogelte Nebenstrasse ab, zwar mit Sackgasse beschildert, Google und Velowegweiser deuteten aber: dort gehts durch. Und jaaa😀 eben halt auch endlich wieder ein „Lisiweg“…. erst gewölbte grob gesetzte Kopfsteinstrasse und dann Schotterpiste…auch mal matschig und eng, mit Dornengestrüpp und überhängenden Ästen… wie Peloponnes🤗👍.
Zwar haben wir immer noch keinen Elch gesehen, aber immerhin: ein freilaufender Wildhase hoppelte vor uns über die Strasse. Und immer wieder wenn frau denkt, wir sind jetzt allein in der Wildnis, blinzelt uns zwischen Bäumen versteckt ein kleines Häuschen oder eine Siedlung entgegen.
Wir haben uns (von Aussen) auch das Freilichtmuseumsdorf und den Hafen von Koguva angeschaut, stellen aber immer wieder fest, dass wir das natürlichere, bezaubernde „Freilichtmuseum“ erleben auf den kleinen Holper-Nebensträsschen, mit den noch bewohnten, liebevoll gebauten und gepflegten Häusern und Gärten. So viele Details lassen uns staunen und immer wieder müssen wir anhalten.
Zum Beispiel die hölzernen Zäune um die Grundstücke, aus natürlichen Ästen und Stecken geflochten, oder gebunden mit Lianen oder dünnen Weidenästen.


Nachgebaute Windmühlen als Briefkästen oder Hofeinfahrtstafeln aus verknorzten Holzstämmen, geschnitztem Holz, Wurzeln und Blumen geschmückt.

Die erste Nacht war auch etwas schwieriger ein Schlafplatz zu finden. In Lettland wie auch in Estland wurde am 23.6. das Mittsommernachtsfest gefeiert. Da waren alle Picknickplätze an Seen, Flüssen oder Meer von feiernden Familien und Gruppen belegt. Wir fuhren viele an, bis wir dann doch ein leeres fanden, das aber auch nicht leer blieb. Trotz Befürchtungen bekamen wir doch noch eine ruhige Nacht, von den grossen Feiern bekamen wir ausser den am Morgen, noch überall auf der Strecke, rauchenden Überresten der grossen Feuer, nichts mit.

Und wieder mal sorgte Rulo für Aufregung.. und nasse Kleider! In Virtsu durfte er, wie immer vor dem Fressen, seine Runde frei rennen gehen, nur diesmal fand er den Weg nicht mehr zurück.
Der GPS-Tracker hatte nach zwei Tagen draußen schlafen fast leere Batterien und die Internetverbindung war miserabel. Sigi ging los um ihn zu suchen, nur… wir waren in einem Moorgebiet. Wir hörten den „kleinen Wolf“ heulen, er muss verzweifelt sein. Teilweise konnte Sigi den Spuren auf dem Moorweg folgen, bis sie sich dann im Sumpf, Schilf und Wasser verloren. Sie musste ins hüfthohe Wasser steigen und sich durchs hohe Schilf kämpfen. Als sie ihn endlich gefunden hatte, schwimmend und nass bis zu den Ohren, mussten sich dann beide zurück durch Sumpfgebiet kämpfen. Nun hatten die Zwei das Frühstück verdient, beide recht erschöpft aber froh, zurück zu sein.

Gestern beim Besuch beim Leuchtturm auf der Südspitze der Insel, welche früher vom Militär schwer umkämpft war und heute ein schönes Ausflugsziel ist, durfte Castello erstmals ohne Leine spazieren gehen. Anfangs noch angebunden lies er sich noch etwas nach ziehen. Dann machte er brav sein „Geschäft“ in das grosse „Katzenkistli“ und sprang dann fröhlich aufgeweckt mit, interessierte sich für alles, was die Hunde beschnupperten… nur das Wasser fand er dann doch zu nass!
Im netten Restaurant genehmigten wir uns noch eine einheimische kleine Fischmahlzeit und bestaunten den Handwerkshop nebenan, Sigi kam mit einer neuen, warmen Mütze raus und ich mit handgestrickten Socken… beides aus Schaf- und Hundewolle (von Malamuts)! Es hätte noch viel Schönes gehabt … doch wir haben ja alles was wir brauchen dabei 🤗👍!
Auf Piste gings weiter auf der Suche für den Nachtplatz, der hübsche Platz am Leuchtturm war schon besetzt… und kuscheln ist ja nicht unser Ding. Macht nix, war trotzdem schön hin zu fahren und wir haben dabei nebst netten Häuschen und Windmühle noch diesen ausserordentlich tollen Zaun gesehen.

Tja und auch hier holt die Zeit und „Tourismusplage“ die Insel ein… wo früher noch alles frei war, hat es auch hier Schranken und Verbotsschilder und Privatdurchfahrten, manchmal auch schwer als solche zu erkennen und man muss dann schmale Waldwege retour zurückfahren, weil ein Wenden unmöglich ist.

Der eine Platz mit unzähligen Steinmännchen verziert wär zum Übernachten gegangen, doch zogs uns an ein abseits gelegeneres Plätzchen hin, das wir ja dann hier fanden. Einfach toll!

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