Wieder auf dem Festland Estonias…

Am 2. Juli sind wir extra nach Kuressare zum Tierarzt gefahren, weil für Castello die zweite Impfung für die Grundimmunisierung nötig war. Nun hat er wieder Ruhe, sein nächster Termin wird dann die Kastration sein.
Übrigens… seinen neuen Kletterbaum in „June’s Castello“, zum Futternapf, hat er schon im Griff und klettert flink hinauf. Sonst ist, ausser der freien Bahn draussen, sein absolut bevorzugtes „Spielzimmer“ Rulos Schlafzelt.


Dort schleppt er dann seine erlegten Sachen, wie seine Plüschkuh, Föhrenzapfen und manchmal sogar schon kleine „Drachen“… in Wirklichkeit wohl eher kleines Käfer-Krabbelgetier, rein. Rulo und wir haben es inzwischen aufgegeben, Rulos Schlafhäuschen zu verteidigen und lassen den kleinen Wildfang Castello drin mit den Ungeheuern kämpfen.

Im Hafen Sōru entdeckten wir einen richtigen Wasserhahn an einem Häuschen mit einer Tafel dran: Joogivesi -Trinkwasser, die Gelegenheit nutzten wir gerne und füllten unseren Vorrat auf.
Der alte Hafen in Haldi, der Stellplatz am Naturlehrpfad und dem roten Bächlein, am Surferstrand und in Palli: wunderschöne Plätze zum Freistehen. Dazwischen haben wir noch die vielen bemerkenswerten Leuchttürme angeschaut, die es auf Hiiumaa zu sehen gibt.
Ein Ausflug führte uns nach Thakuna, wo ein schöner Leuchtturm steht, und die Mahnglocke, welche bei Sturm wie von Geisterhand bimmelt:
20 Meilen vor dem Strand ist 1994 im Sturm die Estonia gesunken, mit 989 Passagieren, wovon 137 gerettet werden konnten. 95 Tote wurden geborgen, alle andern liegen in 80 Meter Tiefe im Schiff begraben. Alle Kinder an Bord starben bei dem Unglück.


Nach kurzer Fahrt, klar wieder mal über holprige Waldwege, an riesigen Baumstämmelagern, die nicht enden wollten, vorbei und ehemaligen russischen Militäranlagen und Wald, Wald …. Wald, erreichten wir wieder einen guten Platz, den RMK Platz am grossen Sandstrand Toervanina. Kurz hinter uns kam ein Postauto Kleinbus angefahren… he das sieht ja aus wie ein Schweizer Postauto!
Er parkierte hinter uns…
und es war ein Schweizer, genauer ein älterer Appenzeller, Hansruedi. Wir tranken Kaffee und assen gemeinsam Znacht. Später kamen noch 3 Velofahrer und eine Velofahrerin aus Riga dazu, die stellten ihre Zelte auf und gesellten sich zu uns ans Feuer. Das Mädel trocknete ihre nassen Kleider auf dem Cheminéehut
, die verschiedenen Flaschen machten die Runde und es war ein gemütlicher Abend.

Am 6. Juli besuchten wir die Villavabrik von Kassari. Dort kann Frau zusehen, wie aus geschorener Schafwolle Strick- oder Filzwolle entsteht. Wie sie von noch sehr altertümlichen Maschinen gezupft und gesponnen wird. Im Fabrikladen sind dann auch viele schöne Stricksachen zu kaufen… wir haben das kleinste Objekt erstanden… eine gestrickte Wollmaus für Castello 1€.
(Minimalismus und Gewichtskontrolle fürs Womo🤣)!

Dann weiter zum Sääretirp, wo wir eine Wanderung zur Spitze der Landzunge machen wollten. Nach halber Strecke, zwar mit Blick auf die Landzunge in der Ostsee, machten wir kurz Pause und kehrten dann um. Es zog sich zu sehr in die Weite und wir hatten zu wenig Trinkwasser im Rucksack (für Vierpfoter und Zweibeiner).

Die Park/Stehbuchten auf der Retourstrecke waren zwar ganz nett und am Wasser, jedoch zu nah an der Strasse für die Tiere, also suchten wir weiter und wurden auch fündig. Ganz eng, eine Einfahrt in den Wald, direkt am Strand, wieder mit Grill, Tisch und Bank und der Platz war mit einem Womo schon voll und angenehm im Windschatten. Die Sicht aufs Meer und Fähre.

Am nächsten Morgen sahen wir die 10 Uhr-Fähre übers Meer gleiten und machten uns schleunigst auf den Weg zum Hafen, in der Hoffnung, noch einen Platz zu ergattern.
Kein Problem, der moderne Hafen war gut organisiert, beim Tickethäuschen wurde das Fahrzeug schon elektronisch erfasst und wir in die richtige Spur geleitet. Lichtsignale liessen uns in den riesigen Bauch der Fähre fahren.
Wieder so eine ruhig gleitende, moderne Fähre, diesmal konnten wir die Überfahrt auf dem vorderen, oberen Deck, in der herrlich warmen Sonne geniessen. An einer grossen Sandbank mit vielen Vögeln vorbei und durch schmale, markierte Seestrassen und Untiefen, musste der Kapitän zirkeln!

In Haapsalu angekommen wollten wir erst Wasser bunkern, leider war die beschriebene Zapfstelle beim Strandparkplatz ungeeignet für Schlauchanschluss, also suchten wir den CP auf, wo es für 2€ genug Trink/Tankwasser gab. Am alten Eisenbahnbahnhof mit alten Zügen fuhren wir vorbei, kurvten durchs Altstädtchen und parkten dann im Schatten, um ohne die Hunde die alte Burg anzuschauen. Die war gerade in Renovation.
So schlenderten wir durchs Tor und um die Stadtmauer, entdeckten eine leckere Pizzeria im Innenhofgarten… die war äusserst günstig, sehr fein gemacht und viel zu grosse Portion… obwohl wir die mittlere für 7.90€ bestellten und einen tollen Mischsalat dazu teilten.
Auch heute noch haben die mitgenommenen, im Womobackofen aufgebackenen Pizzahälften prima geschmeckt!


Wir sind dann nämlich wieder mal an einem RMK Waldpicknickplatz gelandet, haben trotz Samstagnachmittag noch einen freien Platz ergattert und das endlich wiedermal super warme Wetter genossen. Diesmal an einem Moorsee, was wir sehr geniessen, einfach herrlich erfrischend zum Schwimmen und jede Picknickparzelle hat seinen eigenen Zugang zum See durch das Schilf.
Wider Erwarten sind Abends fast alle Leute nach Hause gefahren und auch heute sind fast keine Menschen auf dem grossen Platz, es ist herrliche Ruhe… unvorstellbar in der Schweiz an einem See am Wochenende.
Der Waldboden ist voll mit Heidelbeerbüschen bedeckt und lädt ein zu naschen!

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