Neues in Griechenland geniessen und Vor/Wiedersehensfreude auf Peloponnes

Die Zeit vergeht wie im Fluge, wir sind schon weit in Griechenland rum gekommen.
In der Nähe von Prosotsani und Drame haben wir eine Tropfsteinhöhle besichtigt.

Ein Fluss entspringt dort und läuft durch die Höhle. Beim Ausgang ist ein fast 100 jähriges riesiges Wasserrad, davor bestand schon eines ganz aus Holz, diese haben lange Zeit die ganzen Dörfer der Umgebung mit Wasser versorgt.
Ein netter Grieche führte uns und ein griechisches Paar durch die Höhle und klärte uns über die Erforschung derer auf. Schön dies nach der Saison zu besichtigen, so ohne Touristenrummel. Wir haben sogar Fische und Fledermäuse gesehen, die hier drinnen leben, es sollen auch Otter darin sein, davon sind aber nur Pfotenspuren zu sehen.
Die Therme mit Stellmöglichkeiten besichtigten wir nur ganz kurz, leider wieder einmal total verdreckt…. einfach unverständlich!! So suchten wir am Strand ein angenehmeres Plätzchen. Die Hunde konnten da auch rumlaufen und ausser einer riesigen Ziegenherde, die ohne Hirten aber von ausgezeichneten Hütehunden begleitet, ganz ruhig an uns vorbei zog, war niemand in unserer Nähe. Sogar ein Schatten spendender Olivenbaum stand da, woran ich endlich meinen Hängesessel auf hängen konnte 🤗👍.

Am nächsten Tag… es war überaus heiss, eine Kuhherde stillte den Durst und erfrischte sich im Flüsschen.
Etwas abenteuerliche Strassen führten uns an der wilden Küste entlang, die uns sehr an Lakonia auf Peloponnes erinnerte, bergauf, bergab, felsig und wild bewachsen, abgebrochene Strassen mit verzogenen Wellen. Dann wieder durch schmucke Fischerdörfchen, mit Tavernen, über gutes Kopfsteinpflaster. Bei Toroni ein fast unendliches Berg-Steilküstengebiet. Bis auf eine protzige Villa völlig unbebaut, aber ein Labyrinth von neuen erstellten Strassen führte durch das Gebiet… leider für ein Womo zu schmal und viel zu steil um bis an die hübschen Strändchen und Buchten zu gelangen.
Anscheinend hatte sich da ein Unternehmen mit Bauplänen übernommen.

Bei Kassandra erblickten wir komische Plastiksäcke an Pinienstämmen. Beim genaueren Hinsehen sahen wir, dass da Harz „gemolken“ .. gewonnen wurde. Das erstreckte sich auf viele Kilometer der Strasse nach.

Schöne, einsame Buchten sind hier weniger gut zu finden und wir sind ganz einfach fast einen Monat zu früh hier gelandet. Es ist zu heiss für die Hunde und auch für uns. Mit etwas Ausdauer finden wir aber doch wieder was.
Hier bei Nisi sind am Strand paar wenige Dauercamper, beim Badestrand vorne mit Dusche und paar Sonnenschirmchen kommen vereinzelte Einheimische kurz zum Schwimmen. An der Zufahrtstrasse steht ein geschlossenes Hotel-Restaurant. Wir stehen unter herrlichen Eukalyptusbäumen, tolle Schattenspender.
Ein guter Platz zum länger bleiben.
In der Nähe finden wir einen Tierarzt, Andra hat einen Fünffranken grossen Fleck an der Backe unter dem Ohr, das nässt, ist entzündet und blutet. Sie bekommt eine Spritze, Cortison-Antibiotikasalbe und Zinkspray. Es will nicht recht heilen, sie versucht immer mal wieder zu kratzen und mit dem Kragen funktioniert es auch nicht grad gut.
Castello wird langsam ein grosser Kater, wir lassen ihn gleich beim Tierarzt zum kastrieren. Er tat uns schon leid, denn der Arzt meinte, wir sollen ihn gleich bis Montag bei ihm lassen, damit die Wunde gut verheilen kann. Vernunft über Herz… auch wenn wir traurig waren und er uns leid tat, im Käfig bleiben zu müssen… der Arzt hatte recht, in der klimatisierten Praxis, ohne Sand und der Enge im Womo, konnte sich Castello besser erholen und die Wunde sauber verheilen. Er war auch ganz zufrieden und brav und bei der telefonischen Nachfrage nach seinem Befinden, meinte der Veterinär… Castello sei ganz ein Süsser.
So fahren wir noch weiter bis wir ihn Montag holen können.

Der westlichste Finger von Chalkidiki erwies sich als zu voll touristisch für uns und es hatte grosse Gebiete am Meer mit Hotel-, Ferien- und Golfanlagen, eingezäunt wie Hochsicherheitstrakt… für die oberen 10’000 und Prominente ☹️.
Nun diese Gegend von Griechenland haben wir nun auch gesehen, werden da sicher nie mehr zurück kehren. Auf dem Rückweg versuchten wir unser Glück noch bei paar eigentlich ganz netten Plätzen… so versch… mit Toilettenpapier und Feuchttüechli überdeckte Flächen, da kann frau weder ein Fuss vors Womo setzen, noch die Hunde rauslassen. Im Gegensatz zu uns Hundehalter (wir haben Robidogsäckli dabei👍) lassen die Menschen ihre „Hinterlassenschaft“ rumliegen 🤢💩😡.
Wir entschliessen uns zurück zu fahren. Da es doch schon dunkel wird wollen wir an einem Strandparkplatz übernachten.
Leider hat die Taverne gerade geschlossen. Rulo kriegt seinen Freilauf, dummerweise, weil es schon Nacht ist, verläuft er sich und findet den Weg nicht zurück. Mit dem Tracker können wir ihn orten und Sigi macht sich auf den Weg, er ist 1,5 Km entfernt und irrt herum. Rulo ist wieder mal froh, dass Sigi ihn findet! Am Morgen entscheiden wir uns wieder zum Eukalyptuswäldchen zu fahren und bis Montag da zu bleiben bis wir Castello holen können.

Nun haben wir ihn wieder, alles ist gut gegangen und wir sind sicher, dass er sein Zuhause nicht markieren wird und wir nirgends unterwegs für kleine Castellos Alimente bezahlen müssen 🤣!
Thessaloniki ist die nächste Station, wir übernachten am Strand eines Aussenquartiers. Eigentlich ganz ruhig und nett. Ein schöner Sonnenuntergang mit Flugzeugen, die in regelmässigen Abständen starten und landen. Der Lärm hält sich erstaunlich in Grenzen.

Am Morgen fahren wir zur Womowerkstatt Zampetas, wir möchten uns einen Dachdurchgang für die Toilettenlüftung einbauen lassen.
Es stehen schon viele Womos rund um die Werkstatt. Die nette Familie Zampetas bietet kostenlos Stellplätze, inkl. Strom, Wasser, WC und Wifi für Kunden und Nichtkunden. Wir nutzen die Wartezeit um Wäsche zu waschen und haben Glück einen Schattenplatz zu erwischen. Antonni Zampetas spricht fliessend Deutsch, er und seine Mitarbeiter sind sehr zuvorkommend und hilfsbereit. Wir entschliessen uns trotzdem noch spät Abends, zum Übernachten weiter zu fahren. Wir haben Hunger und kamen nicht zum Einkaufen und die Hunde wollen auch noch etwas laufen. So fährt Sigi, da es ja dunkel ist, zum Surferstrand wo wir schon mal gegessen haben.
Wir bekommen in der Taverne noch ein super leckeres Nachtessen bevor wir müde ins Bett kriechen.
Am andern Tag wollen wir zum Olympus, auf dem Wanderparkplatz auf angenehm kühler Höhe übernachten, er war aber so überfüllt und schief/steil, dass wir uns entschieden besser weiter unten einen Parkplatz zu suchen.
Ein junges Litauer Pärchen hatte ein Problem… sie konnten nicht in ihr Fahrzeug. Tja die heutige elektronische Technik!
Sie versuchten krampfhaft durch einen Spalt im Seitenfenster an den Fensteröffner zu kommen.
Ich hatte die Idee mit Fleischerhacken und Panzertape nach zu helfen und Sigi brachte dann noch einen Kleiderbügel. Nach einer Weile schafften sie es dann auch zu öffnen.
Nun brauchten sie Werkzeug, Akkuschrauber und Messgerät… und wir warteten und warteten… eigentlich wollten wir ja noch etwas sehen um die kurvenreiche Abfahrt zu machen. Brachten es aber nicht übers Herz, den zweien nicht zu helfen.
Auf halber Höhe war ein Aussichts-Picknickplatz, mit einer wahnsinns Aussicht in schwindelnder Höhe über dem steilen Abgrund, verbrachten wir eine ruhige Nacht.

Bei Karya fanden wir eine einsame Picknickarea, die untere Wiese ohne Tisch und Bänke, dafür oberhalb eines reizenden Bergbaches gefiel uns gut. Wir sassen noch lange draussen und spielten nach dem Essen Karten, als wir ein Winseln und Bellen aus dem Gebüsch hörten… und dann sahen wir SIE… eine kleine süsse Welpe umtänzelte uns Schwanzwedelnd, sprang an uns hoch und war wohl überglücklich Menschen gefunden zu haben. Sie freute sich über unsere Hunde und entschloss sich, uns zu adoptieren. Sogar Andra tolerierte ihre Annäherung. Am Morgen sah ich sie aus Rulos Zelt rauskommen und sie gesellte sich selbstverständlich zum Rudel bei der Raubtierfütterung.
Beim Spaziergang, wo wir erhofften, ihr Zuhause, ein Hof oder Stall, eine Ziegenherde und Hirt oder andere Hunde zu finden, lief sie brav mit, immer bedacht dass die „Herde“ zusammen blieb. Nun wir hatten ausser paar verwaisten Ferienhäusern nichts und niemanden gefunden. Auf FB ein Aufruf für Jemanden, der das Hündchen aufnehmen könnte, kamen leider nur Ratschläge, die wir eigentlich nicht brauchten, die meisten wollten Alles besser wissen.

Freunde aus Deutschland, die wir zu treffen erwarteten, fragte ich an, doch sie hatten ja auch schon zwei Hunde… aber das grössere Womo😉👍… und nach erstem Zögern, wollten sie es doch probieren, falls Nelly und Nero sich mit dem Rudelzuwachs arrangieren würden, die Kleine aufzunehmen.
Wir hätten sie auch nicht alleine zurück lassen können. Es ist in den Bergen Nachts schon viel zu kalt, die Kleine mit geschätzten 3 Monaten und Milchzähnchen noch zu klein und unerfahren, um zu jagen und sich selber zu ernähren und die Touristenzeit ist vorbei, wo sie gefüttert würde oder sich wenigstens aus dem Müll Futter suchen könnte.
So fuhren wir los, um Susanne und Michael auf dem Stellplatz Platys Ammos zu treffen.
Erstaunlich wie lieb die Kleine im Womo war, kein Gewinsel, Gejaule, nicht reingemacht. Pippihalt an der ungewohnten Leine… alles prima geklappt.
Sie kann einen schon um den Finger wickeln mit ihrem Charme und war uns schon ans Herz gewachsen.
Susanne und Michael erging es wohl nicht anders, Nelly und Nero waren nicht besonders begeistert aber auch nicht unzufrieden über den Nachwuchs. Ihren Platz im neuen Womozuhause und in den dazugehörenden Herzen hat sie mit Sturm erobert.
Wir haben einen gemütlichen, schönen Abend mit leckerem Essen und Tsipuro 😜zusammen verbracht.
Meine strikten Prinzipien… es kommt kein weiteres Tier in die Monschterburg, kam schön ins Wanken… Herz über Verstand 😉😍!
Vielleicht sehen wir sie ja alle nochmals bevor sie nach dem Urlaub wieder nach Deutschland zurück fahren.

Wunderschöne Strecken sind wir weiter gefahren, schöne Strände gefunden, leider sind wir und die Hunde bei der Idyllischen Bucht bei Sipias so von wild gewordenen Wespen geplagt und bedroht worden, so dass wir den Platz am Morgen fluchtartig verlassen hatten.
Nach weiteren paar Fehlversuchen mit Platzsuche, wo wir zwar schon schöne Plätze sahen… nur einfach nicht ideal.. kein Schatten, das Meer zu tief unten und schlecht zugänglich, zu viel Pinien, zu schräg oder zu klein um ohne Belästigung der Fischer zu Parken.
Dann bei Nea Anchialos ein grosser Parkplatz am Strand, mit Dusche und schattigen Tamarisken, nicht schlecht… auch der prächtige rote Vollmond und morgens das ähnliche Bild mit Sonnenaufgang. Castello überglücklich auf Bäume zu klettern.
Aber wir sind dann gestern doch weiter, bei Pteleos mit der gegenüber liegenden Insel Euböa, neben Olivenhainen ein kleines Strandplätzchen gefunden.
Und nun sind wir schon die zweite Nacht hier, weit abseits der Zivilisation. Haben heute lediglich zwei Roller mit Arbeitern gesehen, die viel weiter hinten wohl an den Ferienhäusern am Arbeiten sind.
Gestern wars noch heiss und heute trotz stürmischem Wind und gefühlter Kälte, plätschert das Meer, direkt neben uns angenehm ruhig.
Morgen nutzen wir das kühlere Wetter und fahren nach Thermopylos zu den Thermalquellen, wir haben erst gesehen, dass das nicht so weit entfernt von hier ist und auf unserer Strecke liegt.
Gute Nacht in die Heimat und es liebs Grüessli!

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