So gefällt’s mir… einsame Plätze mit traumhafter Natur..

Nach der traumhaften ruhigen, stockdunklen Nacht, die Sterne waren zeitweise ganz nah, ging ich erst mal mit den Vierbeiner spazieren, damit wir den idyllischen Platz noch für uns alleine hatten. Dabei entdeckte ich erst, dass gegenüber vom Flüsschen eine kleine Gartenwirtschaft war, schade da hätte ich mich gestern gerne hin gesetzt.


Dann fuhr ich weiter, erst freute ich mich ja sehr, das Navi führte mich einen anderen Weg als wir gekommen waren, ein nettes Strässchen nach meinem Geschmack, ohne drängende, laut hupenden Lastern und rasenden PKW‘s. Leider führte auch dieser Weg wieder auf die grässliche Schnellstrasse. Da konnte ich kein Blick auf die Landschaft werfen, wo es sowieso fast nichts zu sehen gab.links und recht der Strasse waren fast immer hohe, dichte Büsche und Bäume. ich musste mich so auf die Strasse konzentrieren, sie war zwar nicht so schlecht, doch genügte ja ein übersehenes, tiefes Loch um ein Schaden anzurichten und auch die Höchstgeschwindigkeit wechselte dauernd und unlogisch!


Irgendwann konnte ich die Route wechseln, war ich froh. Schnell mal Diesel tanken gehen und Motoröl kaufen… nun diese Tanke hatte kein passendes Öl. Bei der nächsten wurde ich fündig und verwöhnte meine wackere Monschterburg mit dem besten !
Zwei Dörfer weiter .. oh nein Polizeikontrolle.. der war zwar alleine im Polizeiwagen , vielleicht wollte er sich nur die Mittagspause verkürzen. Jedenfalls verlangte erst mal die Ausweise. Dann sollte ich die Zündung einschalten und aussteigen. Er zeigte auf den rechten Scheinwerfer..hmm… kaputt. Er überhäufte mich mit einem unverständlichen Schwall bulgarischen Worten, ich schaute ihn nur mit verständnislosem Blick an und hab mich betont tatterig, alt und hilflos angestellt. So lächelte er nur

gnädig (er dachte wahrscheinlich an seine gebrechliche, greise Grossmutter 🤣) und deutete mir weiter zu fahren 👍🍀😁… Tja .. die verlorene Jugend kann frau auch nützlich sein! Bin noch an einem grossen, einladenden See vorbei gekommen, war mir aber noch zu früh.
Später ein schrecklicher Ort.. Riesen Kraftwerkanlage, elende Wohnblocks in marodem Zustand.. das wäre mein Untergang dort zu leben.
Aber dann wurde die Landschaft hügelig und ging in Serpentinen Strassen über.. wau diese Strasse sieht noch ganz ungebraucht aus, sauber schwarzer Teer und leuchtend weisse Linien.. und vor allem sah ich bis fast zum Schluss kein Auto.. ein Fahrgenuss 1A !!

eigentlich wollte ich in Madzharovo meinen Kühlschrank auffüllen, doch ich verliess mich ja auf Tante Garmin und schwups rollte ich auf der Strasse oberhalb der Schlucht, ich war fasziniert von den gewaltigen Felsen und dann die kleine, steile Strasse in die Schlucht runter. Den Sand/Schotterweg dem Flusslauf nach .. wunderbar. Eine Kuhherde mit ihrem Schutzhund begegnete mir und paar wenige Ausflügler waren da. So suchte ich mir einen einigermassen geraden Platz wo ich auch ohne im Sand zu versaufen drauffahren kann.
den besten Platz der für mein Womo in Frage kam war von einem gelben Taxi besetzt, der Fahrer mit Frau sassen am Ufer am Picknick. Nun ich stellte mich am Wegrand hin bis sich alle Touristen verzogen und ich den geeigneten Platz besetzen konnte.
Dann kam die Kuhherde zurück, gingen an den Fluss zur Tränke und weideten an den trockenen, stachelige Halmen, guckten sich die Monschterburg an und waren ganz zufrieden und friedlich. Ein Kalb hüpfte fröhlich herum und der Hütehund war ein ganz lieber der sich nicht an uns störte.
Später kam der Bauer mit dem Jeep und die Herde zog mit ihm ins Nachtlager.
Meine einzigen Nachbarn.. eine kleine bulgarische Hippiegruppe. Ganz nette Leute, zwei junge Männer, zwei Frauen und ein älterer Mann. Mit einem Büsschen, 3 kleinen Zelten und einem Gemeinschaftsplatz. Sie haben mich auch zu ihnen eingeladen und ich setzte mich eine Zeitlang mit meinem Bier zu ihnen, sie wollten aber kein Bier.. hatten wohl ihren Spezialtee gebraut. Aus der Box klang Musik, mal dröhnte es aber auch ganz tolle Melodien erklangen. Die zwei jungen Männer hielten zärtlich Gitarre und Ukulele im Arm, waren aber zu weit „entschwebt“ um noch die Seiten zu zupfen. Dyna freundete sich gleich mit dem Älteren an und wollte in seine Hängematte.


Mir wurde es bald zu anstrengend, ich war vom Fahren müde und eine Unterhaltung war schwierig. Ich hatte so das Gefühl.. die schwebten schon auf einer anderen Ebene 😂.
Da wir ja hier eine Stunde voraus sind wird es auch früh dunkel und ich begab mich früh zu Bett. Welch eine Ruhe… den Fluss hörte ich kaum und auch sonst waren keine Geräusche zu hören. Am Morgen früh hab ich mich verkehrt ins Bett gelegt damit ich besser zum Fenster rausschauen konnte.. immer noch eine unsagbare Stille, sogar die Vögel zwitschern hier ruhig, der Fluss gurgelt sanft über ein, zwei grössere Steine, am gegenüberliegenden Ufer knacken hie und da paar Äste, wahrscheinlich vom Wild welches zur Tränke will, einen einzelnen Dachs entdecke ich noch kurz. Sonst NUR unsagbare Ruhe. Ich setz mich mit meinem Frühstück vor‘s Womo und geniesse.. und DANN kommen sie wieder, die Riesen Vögel welche scharweise über die Felsgipfel kreisen, wundervoll anzusehen!
Geier, Adler und Schwarzstörche sollen es sein.
Morgen werde ich wieder hoch fahren und mal das Geierzentrum besuchen gehen.

Kommentar verfassen