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DIE 7 WILDEN von der Monschterburg.. Das sind wir: Lisi Rudelführerin, Ernährerin, Fahrerin und leitende Zweibeinerin. Eine angegraute etwas unkonventionelle, bisschen verrückte, mutige, abenteuerlustige, neugierige, suchende, Tier-und Naturverbundene Frau. Auf ihrem neuen, guten Weg - dem Leben und Reisen auf Vier Räder. -Zuhause ist... wo Frau glücklich ist .. wo die Monschterburg steht - Irgendwo auf Entdeckungsreise durch Europa. -Nicht der Vergangenheit nachtrauern, sondern dem Neuen mit Freuden entgegen blicken! JANOSCH: mein Oldie, Golden Retriever, Therapiehund in Rente, vorläufiger Beifahrer, Co Pilot und Alarmanlage und FREUND ANDRA: Bullmastiff Hündin, mein Kuschelmonster, das ausser Kuscheln, Schmusen, Schlabbern, Schlafen und Schnarchen auch gut Bewachen kann! JUNE: die WoMo Tigerin... ein Hund im Katzenpelz, die ihr Hunderudel über Alles liebt. R.I.P 2.12.2017

Eestis Gegensätze und Besonderheiten

Auf der Suche nach einem Übernachtungsplatz vor Tallin kauften wir das Nötigste ein in einem kleinen Supermarkt. Wir wollten die wichtigsten Sachen dabei haben und befürchteten, keinen Laden mehr zu finden, sonst hätten wir sicherlich einen Umweg um die unfreundlich, abschreckende Stadt Paldiski gemacht. Schon auf dem Parkplatz lungerten paar komische Gestalten rum. Im Laden war es unangenehm und dann auf der Strasse… alles ziemlich abgewrackte, asoziale und alkholisierte Menschen. Trostlose Plattenbauhäuser…Schlimm!
Nach mehreren Anläufen, hier ist Ferienzeit und die Esten sind auch ein Volk von Strand, Feuer und Picknick und somit sind die meisten der zahlreichen Grillplätze schon besetzt, fanden wir eine leere Feuerstelle und dazu passenden Strandparkplatz für die Nacht.

Schloss Fall mit seinem „gewaltigen“ Wasserfall, der sich vom flachen still fliessenden Fluss über die Mauer beim Schlosspark „stürzte“, wollte Sigi natürlich unbedingt sehen… ich seh schon… nächstes Jahr müssen wir unbedingt auch eine gemeinsame Woche Schweizerreise einplanen, um ihr mal richtige Wasserfälle zu zeigen!😂👍

Bei Rummu karjäär wollten wir eigentlich die einmal andere Industrieruine anschauen, dort im klaren, blauen Wasser schwimmen und vielleicht auch Schnorcheln und dabei die versunkenen Gebäude betrachten, die bei der Stilllegung der Anlage überflutet wurden. Ein Teil war auch das Gefängnis von Murru, deren Gefangene damals im Marmorbergwerk arbeiten mussten…. wäre auch heute oft sinnvoll, gewisse Verbrecher in Steinwerken zur Zwangsarbeit zu verdonnern!
Zur heutigen Zeit ist dies wohl eine Attraktion für Touristen. Es war jedenfalls geschlossen und nur Freitag bis Sonntag, kostenpflichtig, zugänglich.
So versuchten wir es auf eigene Faust an den See zu kommen. Fanden auch einen freien „Badestrand“, wo Frau über Felsplatten/Terrassen ins türkisklare Wasser steigen konnte… herrlich und angenehm erfrischend… hätte uns fast verleitet als Stellplatz, doch war die Hauptstrasse nicht weit entfernt, der Autolärm unangenehm und die Gefahr für die Hunde (Freilauf) zu gross. Beim Weiterfahren, resp. Hoppeln, kamen wir an einen Platz oberhalb der Steilküste, wo Taucher ins Wasser stiegen. Der Fahrweg endete aber bei der grossen (Gefängnis?)Mauer. Auf der gegenüberliegenden Seite sollte laut Googlemaps eine Ferienanlage sein. Auf der Googlekarte fanden wir nur einen Weg, der dorthin und an die Bucht danach führen sollte. Also versuchten wirs.
Erst an den eindrücklich geformten Kalkbergen (wie in Kapadokien) vorbei auf rumpelnder Schotterstrasse, dann wurde es schmaler, wellig, ausgewaschen und matschig… natürlich konnten wir es nicht lassen, irgendwie müssen die Gäste ja zur Ferienanlage kommen! Tja … oder auch nicht .. plötzlich war fertig Strasse, ein Durchgang für Fussgänger oder Motocrosstöff durch trockenes Bachbett und danach ein Pfad.
Und wieder mal Wendemanöver à la Monschterburg mit Sigis Manövrierassistenz 🤣.
Ein Gebüsch musste noch unserer Säge weichen, dann gings zurück und am nächsten Waldweg rechts den Hügel hoch. Kurze Zeit und wir wurden mit einem Prachtplätzchen, gerade mal Platz für ein „kleines, kompaktes Mobil“, belohnt. Paar Schritte den steilen Pfad zum Wasser hinunter und schon konnten wir im tollen See schwimmen… schon ein bisschen ein komisches Gefühl über Häusern zu schwimmen!
Bis auf die Abends und Morgens dröhnenden Flugzeuge vom Flughafen Tallinn war der Platz total ruhig!
Von Tallin waren wir etwas enttäuscht und ernüchtert.
Erst der Beginn der Grossstadt mit den riesigen Einkaufszentren, Geschäften und Industrie. Dann die unendlichen, trostlosen Beton-Wohnsilos… wo es auf dem Land eine ständige Freude ist, die versteckten, weit verstreuten, hübschen Holzhäuschen zu entdecken…. ist es traurig, diese trostlose Ansammlung hässlicher Wohnblocks zu sehen. Und dann die Menschen. Wir haben in einem Supermarkt eingekauft, Gesichter studiert… fast alle griesgrämig, unfreundlich, sogar die (sonst oft störende) musikalische Berieselung fehlt. Die Kassiererinnen wie Automaten ohne ein nettes Wort. Nebenan in der Apotheke nicht anders, bei jedem angefragten Produkt schaute sie uns entsetzt an, schüttelte den Kopf und stammelte No. Wir hatten das Gefühl, sie wolle uns schnellstens lossein und nichts verkaufen.
Wieder im Womo beobachteten wir, etwas bedrückt, eine Weile die vorbeilaufende Bevölkerung… trotz regem Stadtbetrieb war es unwahrscheinlich ruhig, nicht mal die Vögel pfiffen und die Menschen hatten sich wohl nichts zu sagen, nicht mal die Jugendlichen machten Lärm.
Auch der Besuch der Altstadt munterte uns nicht wirklich auf. HandyCraftshops, Souvenierläden, unmodische Mode und überteuerte Lokale.

Nette, alte, schmuckvolle Häuser und viele Touristen… wie eigentlich in jeder mittelalterlichen Stadt. Und ein solches Überangebot von Restaurants, dass wir uns für keines entscheiden konnten.
Irgendwie verstehen wir die Mentalität der Esten nicht, fast überall sonst ist es so einfach und selbstverständlich, mit fremden Leuten in Kontakt zu kommen. Ein freundliches Good Morning… oder hier Tärä und schon sprudelt ein kurzes Gespräch hervor… hier wird es höchstens kurz und erstaunt erwidert aber viel öfter ignoriert und vorbei geschaut.
Müssen sie die Offenheit erst lernen? Und dabei machen sie so viel Tolles für den Tourismus und auch für Einheimische!
Ein junger Pole auf dem Parkplatz rettete unsere Stimmung…
Er fragte nach Kleingeld für den Parkscheinautomaten und hielt mir einen 5 Euroschein hin, nachdem wir ihn beim Versuch vorher, bei einer unwirsch ablehnenden jüngeren Frau beobachteten. Wir kamen ins Gespräch, er fragte von wo wir seien und wohin wir weiter reisen. Da sprudelte mir gleich mal aus dem Mund… wir fuhren auch schon durch Polen, Littauen und Lettland bis hier, die Polen waren die fröhlichsten und aufgeschlossensten bis hier. Ein riesiger Smiley überzog sein Gesicht, wir sagten Tschüss und er drückte uns spontan und herzlich an sich 🤗👍💚.
Eine nette Geste und unser Tag war gerettet!
Mkkg
Der Schlafplatz lag wieder an der Ostsee, nett gelegen mit mehreren Grill- und Picknickstellen, Brennholz- und Trockentoilettenhäuschen… sogar eine Rampe für Rollstühle führte hinauf, ein Blockhaus mit begrüntem Dach! Einfach Klasse!
Aber ans Ostseewasser und Strände werden wir uns nicht gewöhnen, Algen, Schaum und Oelschlieren verderben den Gluscht aufs Schwimmen und riechen tut es auch nicht einladend.
So suchten wir gestern, trotz der aufdringlichen Mücken und andern stechenden Brummern, einen Platz an einem der vielen Seen.
Auch da waren viele schon besetzt oder es hatte andere Hunde dort. Unsere Vierbeiner waren schon lange im Womo gehockt und möchten auch frei rumtollen, Castello ist fremden Hunden und Menschen gegenüber zwar vorsichtig, doch wollen wir nichts riskieren.
Also leitet mich Sigi weiterhin über kleine, holperige Waldsträsschen durch den Wald und wir suchen nach den versteckten kleinen Seen. Überall ist der Boden mit Heidelbeersträuchern bedeckt. Dann stehen wir vor einer Brücke… und verlieren dabei auch mal unseren Mut… ein grosses Loch ist rausgebrochen, die Balken beängstigend morsch! Also wenden und einen Umweg fahren.
Der wurde später schön belohnt. Auf einer Waldlichtung direkt am Seelein eine offene Feuerstelle und etwas morsche Bänke, dabei ein Paar am Picknick.
Nun, wir parken etwas abseits und entschliessen uns, wenigstens rasch schwimmen zu gehen.
Tja und sollten wir nun etwa ein schlechtes Gewissen haben?? Die zwei packten ihr Zeugs zusammen und als wir aus dem angenehmen Moorwasser stiegen…. war das Feld geräumt.
Nun steht unsere Monschterburg direkt am Wasser, wir haben erst die Feuerstelle und den Platz entmüllt und Sigi hat noch mehrere Eimer Asche aus der Feuerstelle geschaufelt, damit das Feuer auch im Schutze der Steine brannte.
Bald brutzelten feine Würste, Knoblibrot und Maiskolben auf der Glut.
Es ist unheimlich still hier…zeitweise hört man nicht mal einen Vogel und was selten ist… kein Schwan, keine Ente, nix schwimmt auf dem See.


Nur mal paar Offroader sind brummend den Sandweg durch den Wald gefahren.
Unglaublich so ein Paradies für uns alleine. Die Hunde, vor allem Andra (die ja sonst oft angeleint ist) geniessen das Tun und Lassen was sie wollen. Castello beobachtet die Hunde, wie sie durchs Wasser waten, streckt neugierig mal die Pfote rein um sie dann angeekelt rauszuziehen und zu schütteln.
Wir geniessen es, keine einengenden Badeanzüge tragen zu müssen und weit in den See zu schwimmen… begleitet von Janosch, der das gemeinsame Schwimmen immer noch sehr geniesst… oder will er uns nur begleiten um uns im Notfall zu retten?!
Sonst wird er immer älter und schläft oder döst viel vor sich hin.
Micky hat sich an die Prozedur mit Blutzucker messen (der rauf und runter segelt) und Insulin spritzen gewöhnt, jagt immer noch schwänzelnd durch Büsche, Gras und Schilf irgendwelchen unsichtbaren Viechern nach.
Rulo wird ständig anhänglicher, geniesst immer öfter Siestas neben uns draussen liegend und freut sich an dem ständigen Freigang.
Andra wie immer, oft träge und schnarchend auf ihrem „Bett“, findet es aber auch sehr spannend, mal ab zu zischen und alleine auf Entdeckungstour zu gehen, oder wälzt sich nach dem Bad genüsslich in der frisch gegrabenen Erdkuhle 😳.
Castello der kleine Frechdachs wächst und wird mutiger und abenteuerlustig. Er hat gestern seine erste (Baby) Maus gefangen!
Und wir geniessen die Zwei- bis Siebensamkeit, und die Einsamkeit der estnischen Wälder am See!

Wieder auf dem Festland Estonias…

Am 2. Juli sind wir extra nach Kuressare zum Tierarzt gefahren, weil für Castello die zweite Impfung für die Grundimmunisierung nötig war. Nun hat er wieder Ruhe, sein nächster Termin wird dann die Kastration sein.
Übrigens… seinen neuen Kletterbaum in „June’s Castello“, zum Futternapf, hat er schon im Griff und klettert flink hinauf. Sonst ist, ausser der freien Bahn draussen, sein absolut bevorzugtes „Spielzimmer“ Rulos Schlafzelt.


Dort schleppt er dann seine erlegten Sachen, wie seine Plüschkuh, Föhrenzapfen und manchmal sogar schon kleine „Drachen“… in Wirklichkeit wohl eher kleines Käfer-Krabbelgetier, rein. Rulo und wir haben es inzwischen aufgegeben, Rulos Schlafhäuschen zu verteidigen und lassen den kleinen Wildfang Castello drin mit den Ungeheuern kämpfen.

Im Hafen Sōru entdeckten wir einen richtigen Wasserhahn an einem Häuschen mit einer Tafel dran: Joogivesi -Trinkwasser, die Gelegenheit nutzten wir gerne und füllten unseren Vorrat auf.
Der alte Hafen in Haldi, der Stellplatz am Naturlehrpfad und dem roten Bächlein, am Surferstrand und in Palli: wunderschöne Plätze zum Freistehen. Dazwischen haben wir noch die vielen bemerkenswerten Leuchttürme angeschaut, die es auf Hiiumaa zu sehen gibt.
Ein Ausflug führte uns nach Thakuna, wo ein schöner Leuchtturm steht, und die Mahnglocke, welche bei Sturm wie von Geisterhand bimmelt:
20 Meilen vor dem Strand ist 1994 im Sturm die Estonia gesunken, mit 989 Passagieren, wovon 137 gerettet werden konnten. 95 Tote wurden geborgen, alle andern liegen in 80 Meter Tiefe im Schiff begraben. Alle Kinder an Bord starben bei dem Unglück.


Nach kurzer Fahrt, klar wieder mal über holprige Waldwege, an riesigen Baumstämmelagern, die nicht enden wollten, vorbei und ehemaligen russischen Militäranlagen und Wald, Wald …. Wald, erreichten wir wieder einen guten Platz, den RMK Platz am grossen Sandstrand Toervanina. Kurz hinter uns kam ein Postauto Kleinbus angefahren… he das sieht ja aus wie ein Schweizer Postauto!
Er parkierte hinter uns…
und es war ein Schweizer, genauer ein älterer Appenzeller, Hansruedi. Wir tranken Kaffee und assen gemeinsam Znacht. Später kamen noch 3 Velofahrer und eine Velofahrerin aus Riga dazu, die stellten ihre Zelte auf und gesellten sich zu uns ans Feuer. Das Mädel trocknete ihre nassen Kleider auf dem Cheminéehut
, die verschiedenen Flaschen machten die Runde und es war ein gemütlicher Abend.

Am 6. Juli besuchten wir die Villavabrik von Kassari. Dort kann Frau zusehen, wie aus geschorener Schafwolle Strick- oder Filzwolle entsteht. Wie sie von noch sehr altertümlichen Maschinen gezupft und gesponnen wird. Im Fabrikladen sind dann auch viele schöne Stricksachen zu kaufen… wir haben das kleinste Objekt erstanden… eine gestrickte Wollmaus für Castello 1€.
(Minimalismus und Gewichtskontrolle fürs Womo🤣)!

Dann weiter zum Sääretirp, wo wir eine Wanderung zur Spitze der Landzunge machen wollten. Nach halber Strecke, zwar mit Blick auf die Landzunge in der Ostsee, machten wir kurz Pause und kehrten dann um. Es zog sich zu sehr in die Weite und wir hatten zu wenig Trinkwasser im Rucksack (für Vierpfoter und Zweibeiner).

Die Park/Stehbuchten auf der Retourstrecke waren zwar ganz nett und am Wasser, jedoch zu nah an der Strasse für die Tiere, also suchten wir weiter und wurden auch fündig. Ganz eng, eine Einfahrt in den Wald, direkt am Strand, wieder mit Grill, Tisch und Bank und der Platz war mit einem Womo schon voll und angenehm im Windschatten. Die Sicht aufs Meer und Fähre.

Am nächsten Morgen sahen wir die 10 Uhr-Fähre übers Meer gleiten und machten uns schleunigst auf den Weg zum Hafen, in der Hoffnung, noch einen Platz zu ergattern.
Kein Problem, der moderne Hafen war gut organisiert, beim Tickethäuschen wurde das Fahrzeug schon elektronisch erfasst und wir in die richtige Spur geleitet. Lichtsignale liessen uns in den riesigen Bauch der Fähre fahren.
Wieder so eine ruhig gleitende, moderne Fähre, diesmal konnten wir die Überfahrt auf dem vorderen, oberen Deck, in der herrlich warmen Sonne geniessen. An einer grossen Sandbank mit vielen Vögeln vorbei und durch schmale, markierte Seestrassen und Untiefen, musste der Kapitän zirkeln!

In Haapsalu angekommen wollten wir erst Wasser bunkern, leider war die beschriebene Zapfstelle beim Strandparkplatz ungeeignet für Schlauchanschluss, also suchten wir den CP auf, wo es für 2€ genug Trink/Tankwasser gab. Am alten Eisenbahnbahnhof mit alten Zügen fuhren wir vorbei, kurvten durchs Altstädtchen und parkten dann im Schatten, um ohne die Hunde die alte Burg anzuschauen. Die war gerade in Renovation.
So schlenderten wir durchs Tor und um die Stadtmauer, entdeckten eine leckere Pizzeria im Innenhofgarten… die war äusserst günstig, sehr fein gemacht und viel zu grosse Portion… obwohl wir die mittlere für 7.90€ bestellten und einen tollen Mischsalat dazu teilten.
Auch heute noch haben die mitgenommenen, im Womobackofen aufgebackenen Pizzahälften prima geschmeckt!


Wir sind dann nämlich wieder mal an einem RMK Waldpicknickplatz gelandet, haben trotz Samstagnachmittag noch einen freien Platz ergattert und das endlich wiedermal super warme Wetter genossen. Diesmal an einem Moorsee, was wir sehr geniessen, einfach herrlich erfrischend zum Schwimmen und jede Picknickparzelle hat seinen eigenen Zugang zum See durch das Schilf.
Wider Erwarten sind Abends fast alle Leute nach Hause gefahren und auch heute sind fast keine Menschen auf dem grossen Platz, es ist herrliche Ruhe… unvorstellbar in der Schweiz an einem See am Wochenende.
Der Waldboden ist voll mit Heidelbeerbüschen bedeckt und lädt ein zu naschen!

Sommerlich eisiger Wind…

Am Küstensträsschen entlang fanden wir noch eine Menge geeignete Stellplätzchen, diese aber oft nur für kleinere Womos, 4 x 4 oder dann solche wie wir… verrückte… denn dort, wo die Autorinnen von „mit dem Womo ins Baltikum“ durchkamen, kommen wir jedenfalls noch alle mal hin!😂.
Natürlich mit immer wieder paar Kratzern mehr oder paar Ästchen, welche die Markise zieren und Sigi muss halt so manches mal als Lotse vorlaufen. Aber es macht uhh Spass und wir entdecken die wunderbarsten Plätze, traumhafte Landschaften, wilde Wälder mit total versteckten Knusperhäuschen.


Frau wähnt sich oft alleine im riesigen Wald und steht dabei fast neben den Häuschen.
Oft steht nämlich im Buch… „nur für Offroad, kompakte, kleinere Camper geeignet“, also wer abenteuerlustig ist, sein Womo nicht täglich mit Hirschleder poliert, kann ruhig etwas wagen, auf den Hauptstrecken verpasst man nämlich so manches Schöne, zudem sind Hauptstrassen nicht weniger gefährlich! So ist uns gestern fast eine grosse Gefriertruhe in die Front gefallen. Der vor uns fahrende PKW mit vollem Anhänger hatte wohl noch nie von Spannset Gurten gehört und plötzlich sah ich, wie die Truhe geflogen kam, konnte zum Glück, dank genügend Abstand und keinem Gegenverkehr, abbremsen und auf die Gegenfahrbahn ausweichen.

Was uns auch freudig auffällt, hier herrscht kein Abfallproblem, die Strassenränder, Park- und Picknickplätze, Badestrände, Wälder, Wiesen, einfach überall findet man fast keinen Abfall rum liegen, auch keine Gummis und Feuchttücher👍🤣.

Auf dem Campingplatz Muha Talu durften wir unsere Wasservorräte auffüllen. Ver-und Entsorgung ist hier etwas ein Problem und fast nur auf CPs möglich. Das Wasser ist auch nicht überall richtig gut… nicht so wie auf Peloponnes, wo es fast in jedem Dorf, Friedhof und Strand, Brunnen oder Duschen gibt zum Wasser tanken.
Hier darf man aber immer teils kostenlos (Spende 2-5 Euro ok.) oder gegen Bezahlung, Entsorgen und Wasser auffüllen. Die CPs sind oft auch sehr schön, liebevoll und mit Fantasie gestaltet. Auch für Reisende mit Auto oder Fahrrad, mit oder ohne Zelt, meist hat es herzige Holzhäuschen zu mieten.

Gestern sind wir dann in die Stadt Kuressare gefahren, diesmal haben wir im (mini) Einkaufszentrum im Telia Shop eine Data Sim Karte erstanden, der überaus nette Mitarbeiter war auch sehr hilfsbereit und hat die Karte auch gleich aktiviert und aufgeladen, so freue ich mich (hoffentlich!) die nächste Zeit, genug und schnelles Internet zu haben.

Danach haben wir die 5 Windmühlen von Angla Tuulikumägi, mit Museum von altem Handwerkszeug, Maschinen, Traktoren und landwirtschaftlichen Geräten besichtigt. Zwei der Mühlen durfte man auch besteigen und von innen bewundern.


Da ja wieder mal Wochenende ist, mussten wir auch einige Strässchen ans Meer anfahren, bis wir eine freie Stelle gefunden haben.
Es hat ja ganz viele der RMK ZELTPLÄTZE (staatliches Waldmanagement), wo man hinfahren, parkieren, picknicken, baden, zelten, übernachten und feuern darf. Die meisten Plätze haben eiserne Grillstellen, Tisch und Bänke, Schutzhütten, Trockentoiletten Häuschen, Abfallbehälter und oft Holzschuppen mit Brennholz inkl. Spaltstock und Axt 🤗👍. Die Hunde und wir geniessen die herrlichen Plätzchen, wo die Hunde noch frei laufen und spielen können. Es wäre eigentlich schönes Wetter, der Himmel ist blau mit paar weissen Wolken, die Sonne bereitet uns einen prächtigen Sonnenaufgang mit leuchtend rotem Himmel zwischen 3.30 und 4.30 Uhr früh und verschwindet dann mit wiederum spektakulärem Hintergrund um 23.30 Uhr … wobei es dazwischen auch nicht wirklich dunkel wird!
Nur leider pfeifft der Wind eisig um alle Ecken, so dass ein draussen hocken nicht möglich ist… schade!!
So nutzen wir den kühlen Tag zum Lebkuchen backen. Und der Backofen heizt dann auch gleich das Wohnzimmer auf, während der Sturm alle Teppiche sauber bläst, die draussen auf der Leine hängen😀!

etwas mehr wilde Natur… Saaremaa

Fotogalerie von Lettland nach Saaremaa/Estland

Flugs waren wir weiter… und nun in Estland… genauer auf den Inseln von Estland und da auf der mittleren Saaremaa. Da werden wir nun mal etwas Pause machen, unser Übernachtungsplatz ist dieses Mal 5***** es stimmt einfach alles! Eine natürliche Terrasse, paar Meter vom Ufer entfernt, in einer Riesenbucht, flach und sooo ruhig.
Die gegen 100 Schwäne, welche den Morgen lang im seichten Wasser „geweidet“ haben, sind nun am Siesta machen.
Litauen und Lettland begeisterten uns nicht so besonders, ja sicher es hat schöne Plätzchen, nett gebaute Ausflugsziele, Aussichtstürme, Freilichtmuseum etc., aber eben nicht unsere geliebte Wildheit und Freiheit in der Natur, obwohl die Bevölkerungsdichte ja sehr klein ist.

Die Fährfahrt ging von Virtsu nach Muhuu, knapp 15€… ein Luxuskahn, so sanft und leise, dass wir nicht mal bemerkten, dass wir schon ausgelaufen waren.
Ein lecker und gut gekochter Gulasch für Sigi und mir eine prima Fischsuppe verkürzten die ohnehin schon schnelle Fahrt.
Kaum angekommen bogen wir auf eine von Sigi gegoogelte Nebenstrasse ab, zwar mit Sackgasse beschildert, Google und Velowegweiser deuteten aber: dort gehts durch. Und jaaa😀 eben halt auch endlich wieder ein „Lisiweg“…. erst gewölbte grob gesetzte Kopfsteinstrasse und dann Schotterpiste…auch mal matschig und eng, mit Dornengestrüpp und überhängenden Ästen… wie Peloponnes🤗👍.
Zwar haben wir immer noch keinen Elch gesehen, aber immerhin: ein freilaufender Wildhase hoppelte vor uns über die Strasse. Und immer wieder wenn frau denkt, wir sind jetzt allein in der Wildnis, blinzelt uns zwischen Bäumen versteckt ein kleines Häuschen oder eine Siedlung entgegen.
Wir haben uns (von Aussen) auch das Freilichtmuseumsdorf und den Hafen von Koguva angeschaut, stellen aber immer wieder fest, dass wir das natürlichere, bezaubernde „Freilichtmuseum“ erleben auf den kleinen Holper-Nebensträsschen, mit den noch bewohnten, liebevoll gebauten und gepflegten Häusern und Gärten. So viele Details lassen uns staunen und immer wieder müssen wir anhalten.
Zum Beispiel die hölzernen Zäune um die Grundstücke, aus natürlichen Ästen und Stecken geflochten, oder gebunden mit Lianen oder dünnen Weidenästen.


Nachgebaute Windmühlen als Briefkästen oder Hofeinfahrtstafeln aus verknorzten Holzstämmen, geschnitztem Holz, Wurzeln und Blumen geschmückt.

Die erste Nacht war auch etwas schwieriger ein Schlafplatz zu finden. In Lettland wie auch in Estland wurde am 23.6. das Mittsommernachtsfest gefeiert. Da waren alle Picknickplätze an Seen, Flüssen oder Meer von feiernden Familien und Gruppen belegt. Wir fuhren viele an, bis wir dann doch ein leeres fanden, das aber auch nicht leer blieb. Trotz Befürchtungen bekamen wir doch noch eine ruhige Nacht, von den grossen Feiern bekamen wir ausser den am Morgen, noch überall auf der Strecke, rauchenden Überresten der grossen Feuer, nichts mit.

Und wieder mal sorgte Rulo für Aufregung.. und nasse Kleider! In Virtsu durfte er, wie immer vor dem Fressen, seine Runde frei rennen gehen, nur diesmal fand er den Weg nicht mehr zurück.
Der GPS-Tracker hatte nach zwei Tagen draußen schlafen fast leere Batterien und die Internetverbindung war miserabel. Sigi ging los um ihn zu suchen, nur… wir waren in einem Moorgebiet. Wir hörten den „kleinen Wolf“ heulen, er muss verzweifelt sein. Teilweise konnte Sigi den Spuren auf dem Moorweg folgen, bis sie sich dann im Sumpf, Schilf und Wasser verloren. Sie musste ins hüfthohe Wasser steigen und sich durchs hohe Schilf kämpfen. Als sie ihn endlich gefunden hatte, schwimmend und nass bis zu den Ohren, mussten sich dann beide zurück durch Sumpfgebiet kämpfen. Nun hatten die Zwei das Frühstück verdient, beide recht erschöpft aber froh, zurück zu sein.

Gestern beim Besuch beim Leuchtturm auf der Südspitze der Insel, welche früher vom Militär schwer umkämpft war und heute ein schönes Ausflugsziel ist, durfte Castello erstmals ohne Leine spazieren gehen. Anfangs noch angebunden lies er sich noch etwas nach ziehen. Dann machte er brav sein „Geschäft“ in das grosse „Katzenkistli“ und sprang dann fröhlich aufgeweckt mit, interessierte sich für alles, was die Hunde beschnupperten… nur das Wasser fand er dann doch zu nass!
Im netten Restaurant genehmigten wir uns noch eine einheimische kleine Fischmahlzeit und bestaunten den Handwerkshop nebenan, Sigi kam mit einer neuen, warmen Mütze raus und ich mit handgestrickten Socken… beides aus Schaf- und Hundewolle (von Malamuts)! Es hätte noch viel Schönes gehabt … doch wir haben ja alles was wir brauchen dabei 🤗👍!
Auf Piste gings weiter auf der Suche für den Nachtplatz, der hübsche Platz am Leuchtturm war schon besetzt… und kuscheln ist ja nicht unser Ding. Macht nix, war trotzdem schön hin zu fahren und wir haben dabei nebst netten Häuschen und Windmühle noch diesen ausserordentlich tollen Zaun gesehen.

Tja und auch hier holt die Zeit und „Tourismusplage“ die Insel ein… wo früher noch alles frei war, hat es auch hier Schranken und Verbotsschilder und Privatdurchfahrten, manchmal auch schwer als solche zu erkennen und man muss dann schmale Waldwege retour zurückfahren, weil ein Wenden unmöglich ist.

Der eine Platz mit unzähligen Steinmännchen verziert wär zum Übernachten gegangen, doch zogs uns an ein abseits gelegeneres Plätzchen hin, das wir ja dann hier fanden. Einfach toll!

Manchmal läuft einiges schief…

Die Freude am neuen Flitzer währte nur kurz: nach dem Batterieversagen vom ersten Ausflug hab ich den Akku gut gefüllt und wir starteten zur Erkundungstour, nach dem ersten km ein lauter Knall und an Sigi’s E-Bike platzte der Hinterreifen, sie lief zu Fuss zurück während ich noch 2 km weiter auf Entdeckungstour fuhr.
Dann war auch meine Freude am Roller vorbei, der Akku wollte nicht nehr und beim Hinterrad quietschte es grausam.
Garantiert nicht das Geräusch von neuen Bremsen, wie der Verkäufer uns beim Kauf sagte.
Und ich hatte mich so gefreut… nun standen wir 350 km von Klaipeda weg und wollten eigentlich nach Riga… da soll es ein Self Wash Salon und ein IPhone Reparaturshop haben.
Tja und nun sind wir wieder in Klaipeda im Einkaufcenter, zum Glück nahmen sie, dank Sigis ausdruckskräftiger Reklamation, den Roller zurück und zahlten mir den Betrag zurück. Nun steh ich halt ohne Fahrzeug für Citytour etc. da … vielleicht ist mir das Glück ja hold und ich find unterwegs was Zuverlässigeres!

Wir hatten aber auch nettes erlebt… standen beim „Designer“Aussichtsturm bei den Karstseen von Kirkilai. Der sah aus wie eine Riesen Miesmuschel, die sich öffnet, diesmal mit 168 Treppenstufen, wenn man von drunter hoch sah, erblickte man winzige Menschen die sich wie Spinnen auf der Gitterplattform, weit oben, bewegten. Die Aussicht über die Seenlandschaft war toll.
Eigentlich hätten wir noch das Dorf mit seinen mehreren Bierbrauereien besichtigen wollen, na ja .. ein kleines Sortiment des exzelenten Gebräus haben wir ja schon mal erstanden.
Wir betrachteten den Hügel der Kreuze mit seinen inzwischen über 50000 Kreuzen (nicht so mein Ding😝), dafür freute ich mich immer wieder an den vielen Storchennestern und den reizenden, kleinen Holzhäuschen.
Auch einen HippieCampingplatz haben wir auf der Rückfahrt nach Klaipeda an der A12 entdeckt und dort Wasser getankt und fein zu Mittag gegessen.


Nun sitzen wir im Café, zwei leckere Spezialkaffee vor uns, und nutzen das Free Wifi, starten aber gleich nach Riga. Wieder Strecken für Sigi, hier ist eindeutig nicht mein Land… nach 50 km krieg ich die Kriese und meine Augendeckel werden tonnenschwer… ich vermisse die engen, verwinkelten Dorfsträsschen, die steilen, schmalen Serpertinen und die gelassene, hilfsbereite und fröhliche Art der Griechen auf Peloponnes!

Mystisches Litauen…

Gestern besuchten wir das Orvidu Sodyba-Muziejus… den mystischen Garten des Vilius Orvidas, ein Museum draussen auf einem Stück Land. Ein Ort des Widerstands gegen die Sowjets und ein Kunstwerk, teils natürlich, teils durch Vater und Sohn erschaffen. Beide waren Steinmetz und Bildhauer. Frau könnte sich tagelang darin verweilen… immer wieder wird man Neues entdecken, staunen über die gigantischen Steine, riesigen Baumstämme, Schrott, Grabsteine, Kreuze, Skulpturen. Wilde Bäume, blühende Pflanzen, quakende Frösche im Teich und unzählige Vogelstimmen.

Später fanden wir im Nationalpark Zemaitija am See einen netten Übernachtungsplatz. Wir haben für heute eine Fahrradrundfahrt um den See geplant, ich wollte mein neues Fahrzeug ja ausprobieren. Über Nacht hatte ich den Roller ja aufgeladen.
Dummerweise wohl nicht genug… nach mehr als 2/3 der Strecke ging mir der „Saft“ aus.. ich machte ein Päuschen im Schatten während Sigi mit dem E-Bike die Monschterburg holte. Aber Spass hat es trotzdem gemacht… ein lässiges Gefährt!
Hier in Litauen ist viel für die Bevölkerung und Touristen gemacht worden, es hat viele nett gebaute Picknickplätze mit hübschen Sitzbänken, Tischen und oft Schatten spendenden Holzpavillons drüber, für Kinder und jung gebliebene stehen Schaukeln, Wippen und Spielgeräte aus Holz da, für den Hunger und die Gemütlichkeit sind Feuer- und Grillstellen vorhanden. Für Badenixen stehen Umkleidehäuschen am Strand und am Waldrand oft Trockentoiletten.

Mein IPhone ist ausgestiegen, dummerweise hatte ich Daten gespart, nicht synchronisiert und nun ist auf meinem Alten vieles nicht drauf, viele Passwörter und Loginangaben, wichtige Dokumente, alle Chats, meine Fotos!! 😡😢und vieles, vorläufig verloren😩. Ich hoffe, ich finde einen Apple Shop oder einen IPhone Doktor in Litauen oder dann Lettland und ich kann es reparieren lassen! Vermutlich ist es… hoffentlich… nur der Ladestecker Anschluss.
im Moment sind wir aber in einem einsamen Wald, wo Füchse und Hasen sich gute Nacht sagen… ah nein, eigentlich ist es nicht so einsam.. millionenweise blutrünstige Viecher verfolgen uns und auch die Hunde! Trotz diversen Mückensprays!

Heute auf der Fahrt haben wir bei einem melkenden Bauer und Frau, auf der Weide ganz frische, noch warme Milch gekauft, … mhhh das war lecker… noch richtige Milch von glücklichen Kühen, hat mich sehr berührt und mich etwas wehmütig an die schöne Bergbauernzeit in der Surselva erinnert! Am liebsten hätt ich mich auch unter eine Kuh gesetzt und beim Melken geholfen… wie bei meinen ersten Versuchen als 12jähriges Mädchen beim Nachbarbauern, leider mit meinen Rheuma Händen nicht mehr zu schaffen.

Nach vielen staubigen, gut durchgerüttelten Kilometern über Schotterpisten, fanden wir nun doch, durch Sigi’s Recherche, eine nette, grosse Waldwiese zum Übernachten, ausser den fröhlich zwitschernden Vögeln und ab und zu einem vorbei fahrenden Auto ist es angenehm ruhig und wir haben noch keine Menschenseele gesehen (dafür, wie schon erwähnt, gefühlt eine Million Schnakenseelen).

Auch wenn wir es immer wieder anstrengend und oft etwas langweilig finden, die Gegend halt immer wieder etwa gleich… viel grosse, schöne Felder, Weiden, Seen und Flüsschen und dann die längste Zeit, links und rechts der Strasse Wald, Wald und nochmals Wald, an den süssen, kleinen, farbigen, herzigen Bilderbuch-Knusperhäuschen erfreuen wir uns ständig wieder und können uns daran nicht satt sehen, am liebsten würd ich Räder drunter machen und eines mitnehmen. Und auch die romantischen Bauernanwesen, oft einige dieser Holzhäuschen und Stall, schön eingebettet in ein Wäldchen, das nebst Sichtschutz, im Winter vor Kälte und beissendem Wind schützt und im Sommer kühlenden Schatten spendet.
Öfters denke ich… fast ganz Litauen ist ein Freilichtmuseum 🤗!

Bis demnächst… gute Nacht😘😘

Wir sehen Seen…Seen und mehr Seen..

Nächster Übernachtungsplatz war in den Mazuren auf einem Picknickplatz am See. Auf der ganzen Fahrt sieht man rechts und links der Strasse immer wieder hübsche Seen durch die Bäume blitzen.
Abends spielen wir Karten am Holztisch und trinken wieder unseren feinen Mojito.
Wenn nur die gefrässigen Mücken nicht wären….! … Wir werden noch literweise Insektenspray kaufen müssen!

Am nächsten Morgen fuhren wir nicht weit, bei Pisz soll es einen schönen Strand am See haben. Zum Glück fuhren wir die total rumpelige, ausgewaschene, nun trockene Matschstrasse genug früh die paar km. Es waren nur zwei Zelte weiter hinten. Später kam noch ein Paar mit Wohnwagen und Bootsanhänger mit Motorboot. Weiter vorne machte sich eine Motorradgruppe breit. Der See war herrlich zum Schwimmen und danach am Strand in der Sonne zu liegen.
Der Strand füllte sich zunehmend mit Familien mit Kindern.
Vom Abendspaziergang kehrten wir im Stechschritt eilends nach Hause, verfolgt von den blutrünstigen Biestern.
Vier komische, angeheiterte Gestalten im Kampfanzug sprachen uns an und fragten irgendwas, wir dachten sie wollten Bier und ich brachte vier Flaschen raus… aber nein, statt dessen verlangten sie nach zwei Gläsern, zum Glück hatte ich nur eines zur Hand, denn sie füllten es aus einer grossen Colaflasche auf… es war definitiv nicht reines Cola drin. Vorsichtshalber nippte ich nur andeutungsweise am Glas beim Anstossen und überliess grosszügig Sigi den Rest… sicher ist sicher..so bleibt wenigstens eine wach und klar. War dann aber zum Glück alles ganz harmlos.
Plötzlich war die Nacht ganz ruhig, wir schliefen prima, es folgte ein erfrischendes Morgenbad und ein gemütliches Frühstück.

Gestern assen wir noch kurz vor der Grenze nach Litauen, aus regionaler Küche… es hat lecker geschmeckt und war sehr günstig.
Und schwupps waren wir über die Grenze … in Litauen.
Seit wir in Polen und Litauen sind hat mich die Auto-Schlafkrankheit wieder eingeholt… das kannte ich auf Peloponnes nicht, da konnte ich stundenlang am Steuer sitzen und die abenteuerlichen Strässchen fahren und es machte soooo viel Spass. Hier sind die Strassen und Landschaften oft langweilig und einschläfernd, so dass ich öfters Sigi ans Steuer bitten muss.
Es ist zwar wunderschön, die prächtigen Wälder, die niedlichen kleinen, oft bunten Holzhäuschen. Prächtige Felder, herrlich duftende, frisch geschnittene Heuwiesen, aber eben sehr viel geradeaus und Wald, Wald und nochmals Wald.
Die Schnellstrassen oft mit tiefen Fahrspuren der vielen Laster, die ziehen das Womo unangenehm hin und her.
Die 8 Monate Griechenlandreise haben wir keinen Unfall gesehen, die ersten vier Tage ab Deutschland gleich vier schlimme Unfälle… davon einer von einem Armeekonvoi… ein Panzerfahrzeug war in einen Baum der Allee gekracht.

Die letzte Nacht waren wir in einem Wäldchen mit Bade- und Picknickstellen bei Druskininkai, wiederum ein gemütlicher Platz.

Heute haben wir mal was für unser Kultur Wissen gemacht, gleichzeitig unsere körperliche Ertüchtigung unterstützt 🤣, erst haben wir die 150 Stufen zur Aussichtsplattform des Merkiné Turmes im Nationalinis Parkas Duūkijos erklommen und später sind wir durchs „litauische Ballenberg“ (Freilichtmuseum in der Schweiz) gewandert. Der Eintrittspreis, ein 10tel von dem der Schweiz, war erschwinglich, auch wenn wir nur einen Teil der weitläufigen Anlage von 7 km besichtigt haben. Es war viel zu heiss und die Hunde waren im Womo (standen aber mit offenen Fenstern im Schatten)!
Wir haben das Dörfchen mit verschiedenen Handwerkern besichtigt. Die Häuser stammen von überall von Litauen, das älteste ca. über 300 Jahre. Sie wurden abgebaut und im Park wieder aufgebaut. Im Innern liebevoll eingerichtet. Im Moment ist noch Vorsaison Betrieb und die Besucher zerstreuen sich auf die grosse Fläche.
Ideal wäre es mit dem Fahrrad, meines hab ich jedoch in der Schweiz bei Tom gelassen, da ich seit meinem letzten Besuch in Klaipeda mit einem City Cocco Roller liebäugle😍. Für ganz Faule… für 18 € kann man auch mit dem Auto die Tour fahren☹️.

Wir staunen täglich wieder über die Ordnung hier, fast kein Papierchen, keine Flaschen, Büchsen oder sonstiger Müll liegt rum. Die Bu..plätzchen sind nicht mit Gummis und Feuchttüechli übersät, heute haben wir zum ersten Mal überfüllte Abfallkontainer gesehen mit daneben gestapelten Säcken.
Die Strassenränder alle sauber gemäht. Die Gärten bei den Häusern sauber bepflanzt und gehegt, sogar bei den wenigen Altstoffhändlern ist das verschiedene Material schön sortiert aufgestapelt und es liegt nirgends Schrott ums Haus oder Stall.
Die meisten Kühe sind glücklich und frei auf den riesigen Weiden, oft sogar ohne Zaun!

Und wieder mal stehen wir auf einem Picknickparkplatz an einem Badesee, ein Regenguss und leichter Wind hat die Hitze gegen Abend abgekühlt. Es ist 23 Uhr und noch immer ziemlich hell. Auch der Platz hier wird immer noch fleissig von Autos angefahren. Wir sind müde, die Vierbeiner schlafen schon tief.
Guet Nacht!😘😘😴

Nachtrag: es wurde eine nicht besonders ruhige Nacht… junge Männer mit Autos, dröhnende Motoren und schallender Bass vom Autoradio. Sie kreisten mal nach 23 Uhr und dann noch Mals nach 2 Uhr um den grossen Parkplatz bei der Badewiese und stellten sich dann 10 Meter neben uns hin😡! Müsste nicht sein! Dafür ist der Morgen herrlich, erst mit allen 5 Viecher Pippirunde… sogar Castello macht schön brav mit, buddelt ein Loch auf dem sandigen Feldweg und macht rein, natürlich gräbt er seine Hinterlassenschaft ordentlich ein👍🤗.
Mit Fotos werden wir euch später verwöhnen, mit dem spärlichen Internet vom Filiago Sat und auch von der Alditalk kommt kein Foto durch… lästig!

Polen… auf zu neuen Abenteuer…

Endlich wieder Neues aus der Monschterburg… Nachdem ich fast einen Monat auf „Heimaturlaub“ war und dabei viele nette Besuche machen durfte. Aber auch weniger angenehme Sachen erledigen musste. Verschiedene Arztbesuche, in die Röhre für eine MRI-Untersuchung und wegen plötzlichem Drehschwindel gut eine Woche ohne Energie auf Homebasis verweilte.
Aber es war schön meine Söhne mit Frauen und Enkelin zu sehen! Viele liebe Freunde und Verwandte und natürlich ein Besuch auf dem Valurhof bei „meinen“ Isi’s. Leider durfte ich meine Tante nicht mehr besuchen, sie starb überraschend an einer Lungenentzündung im 94. Altersjahr.
Nach der Trauerfeier bin ich dann losgefahren… Richtung Heidelberg, wo ich das restliche Monschterburgteam, Sigi, Rulo und Micky abholte. Eine Nacht verbrachte ich noch am Rhein, weil ich am Ducato die Bremsen machen lassen musste, bei vollster Zufriedenheit und bestem Service des Autohauses Michael Müller in Au am Rhein. Freute mich über den lieben Besuch von Margret und Lottchen.

Es war viel zu heiss in Heidelberg, aber auf dem Königsstuhl beim Märchenparadies konnte ich noch eine angenehme, ruhige Nacht verbringen, dabei neue nette Womobekanntschaft schliessen. Wolfgang schenkte mir ein Solar-Glaslicht.. wieder ein schönes Geschenk, das mich an eine nette Person erinnert!

Fast hätte ich es vergessen zu erwähnen… das Monschterburgrudel ist wieder komplett… seit bald zwei Wochen haben wir Castello dabei, ein aufgewecktes kleines Katerchen, welches sich schon in unsere Herzen geschlichen hat und auch schon mit den Hunden am Freundschaft aufbauen ist. In der Tierarztpraxis Dr. Wenske-Bauer wurde es gechipt und geimpft. Ein recht braves, stubenreines Kerlchen… ausser er muss während der Fahrt in Junes Castello, da kann er bitterlich schreien, miauen und an der „Gefängnistür“ kratzen!

Die nächste Panne war vorprogrammiert: nachdem die Monschterburg auf Homebasis am Landstrom hing, funktioniert der Kühlschrank wieder mal nicht mehr. Mit im Tankstellenshop gekauftem Eis überbrückten wir die Fahrtzeit. In Ladenburg hofften wir auf Hilfe, es wurde uns der Fühler ausgetauscht und der Brenner ausgeblasen.
In Kallinchen, bei Tina und Klaus angekommen, war die Kühlschranktemperatur auf 14 Grad gestiegen. Klaus und Sigi telefonierten herum, Termine für Reperatur bis zu 6 Wochen Wartezeit😡 , eine 40 km entfernte Werkstatt bot uns Hilfe an, der Kühlschrank wird langsam etwas produktiver, hoffentlich pendelt sich die normale Funktion wieder ein! Das Insulin für Micky muss unbedingt gekühlt aufbewahrt werden.

Nun haben wir paar wunderschöne Tage in Itineos Paradies genossen, wurden von den Beiden verwöhnt, sassen im idyllischen Garten am Teich und beobachteten die grossen Koys. Hätte nicht gedacht, dass grosse „Goldfische“ so unterhaltsam und interessant sind!
Der paar Schritte entfernte See lud uns zum erfrischenden Bade… herrlich!
Gestern verabschiedeten wir uns dann von Tina und Klaus, hoffen sie bald mal wieder auf Reisen zu treffen👍🤣!

Nun sind wir schon in Polen, haben die erste Nacht bei einem der vielen hübschen Picknickplätze im Walde verbracht…eine schöne ruhige Nacht!
Am Morgen zogen wir weiter und stehen nun an der Weichsel, einem netten ruhigen Fluss. Hoffentlich wird die Nacht nicht zu unruhig… an der Abzweigung von der Hauptstrasse zum Fluss entdeckten wir nämlich paar spärlich bekleidete Damen. Inzwischen haben sie aber sicher die Besetzung ihres Arbeitsplatzes zur Kenntnis genommen 😜.
Es hat auch noch paar Ausweichplätzchen!

Die Fahrt war zuerst etwas langweilig, viel gerade aus, viele riesige Getreide- und Gemüsefelder, dazwischen Wald, und immer wieder lange Baum Alleen Strassen. Überall aber sehr sauber und gepflegt. Einfamilienhäuser schön herausgeputzt, mit ordentlichen Gärten, oft Bauerngärten, eine schöne Mischung aus Gemüse und Blumen, die Bauernhöfe meist riesig und aufgeräumt. Die letzten 100 km immer wieder kleinere und grössere Seen, leider Seeanstoss im Privatbesitz und eingezäunt. Da wir auf Autobahn verzichteten, hatten wir viele Baustellen, Spurrillen und Hoppelstrassen.
Es ist auch hier recht warm doch angenehm und weniger Luftfeuchtigkeit.

Liebe Grüsse in die Heimat… 🇨🇭 und 🇩🇪 … wir werden wieder berichten.
Falls jemand von den Lesern diesen Sommer auch das Baltikum bereist, ein Treffen würd uns freuen!


Monschterburg an Familie und Freunde…

Es ist an der Zeit, mich endlich wieder mal zu melden.
Nichts weltbewegendes ist inzwischen passiert, aber immer viel los auf dem Weg nach Deutschland. Auch hier haben wir viel schönes gesehen und tolle Bergstrecken gefahren.
Mit Jan, der mit Rucksack nach Kroatien trampt , haben wir drei schöne Tage in Slowenien, Italien und Österreich verbracht.Mächtige Berge, gewaltige Wasserfälle, wilde, klare… eiskalte Flüsse und riesige, leckere Burger gesehen.
Bei Villach trennten sich unsere Wege wieder.. Jan ist inzwischen in Kroatien und wir in Deutschland.



In Österreich haben wir noch Uschi und John besucht, es gab viel zu plaudern .
Nächstes Ziel war der Besuch bei Irene an der schönen Amber, vorher fanden wir aber noch einen tollen Übernachtungsplatz am idyllischen Tüttensee, einem Meteoritenkrater. Trotz der Frische genossen wir ein Morgenbad… herrlich!
Bei Irene standen wir wieder gemütlich, spazierten gemeinsam an der Amber und ins Städtchen. In der Gartenwirtschaft um die Ecke gabs leckeres Essen.
Margret und Lottchen besuchten Irene und ich freute mich auch sie wieder mal zu sehen. Wir sassen alle zusammen in unseren kleinen Wagenburg .
Die Biber am Amberufer arbeiten fleissig und hinterlassen deutlich ihre Spuren.

Es waren schöne Tag, nur ungern brachen wir auf, doch zieht es uns auch in die jeweiligen Heimat.
Nächste Station war Heidelberg wo Sigi ihre Sachen packte um für die nächsten paar Wochen in Heidelberg zu bleiben. Familien-und Freundebesuche sind angesagt und was es so Alles zu erledigen gibt.
Auf dem Parkplatz vom Märchenparadies, auf dem Königsstuhl standen wir noch eine Nacht, mussten auch wieder mal das Tractive benutzen. Rulo der inzwischen gerne seine Freiheit geniesst, hatte sich wohl in dem grossen Wald mit den vielen Spazierwegen verlaufen. Blöde nur war der Akku seines GPS Gerätes ziemlich leer und unser Internet Empfang sehr bescheiden. Am Morgen bei Tageslicht wollen wir ihn orten und suchen, was sich schwieriger herausstellte, da viele der Waldwege abgesperrt oder verboten waren und wir nur zwischenurch genug Empfang für Live Tracking hatten. Dann spielte uns ein kurzes aber heftiges Gewitter den nächsten Streich, Rulo bekam Panik und Sigi Nässe bis auf die Haut. Da unsere Handy zudem nicht miteinander kommunizieren wollten, konnte ich Sigi auch nicht auf dem Laufenden halten über den neusten Stand meiner Ortungsversuche.
Inzwischen war Rulo ganz in der Nähe wo die Monschterburg parkte, ich öffnete Auto- und „Haus“ Türe… und meine Erwartungen erfüllten sich… Rulo sprang nass, müde und erleichtert rein…

Inzwischen war ich bei Daniel Eichhorn, auf dem Werkgelände in Schifferstadt, praktisch doch leider nicht so gemütlich wie auf seiner ehemaligen, wild-romantischen Wiese.
Die Monschterburg kriegte ein drittes Solarpanel und eine super LiFeYPO4 200Ah Batterie inkl. BMS von der Firma i-Tecc, mit sehr freundlichem Kundensevice und prompter Lieferung. Top!🤗👍 Damit sind wir nun gut ausgerüstet auch bei längerem Stehen und schlecht Wetter!


Weil der vermeintliche Magnetring/Wegfahrsperre welcher uns seit Griechenland Ärger machte und der unbefriedigende, nicht hilfsbereite Service einiger offiziellen Fiatgaragen nichts brachte, versuchte ich es noch bei Fiat in Speyer, wurde dann auf einen Termin in drei Wochen vertröstet 😡😪.
Dank Daniel und dem Azubi springt der Motor der Monschterburg nun wieder mit der ersten Schlüsseldrehung an. … kurz ausgelesen und mit erstem Klick gehört.. es ist der Anlasser. Am Morgen früh gleich bestellt, in 3Std. geliefert und in null,nix montiert. Herzlichen Dank für euren tollen Einsatz!🤗👍
Ich weiss warum ich lieber in kleinere Werkstätten, mit Mechanikern mit Gefühl, Herz, Freude und Verstand für ihre Materie , gehe!
Es ist beruhigend mit funktionierendem Fahrzeug unterwegs zu sein!

Im Konvoi fuhren dann mein “ Joghurtbecher“ zwischen den grossen Brüdern zum Treffen im Pfälzer Wald… hier lagern wir auf einer schönen Wiese am Waldrand, grillen am grossen Holzfeuergrill unterm Pavillon … eine bunt gemischte Schar Menschen und Hunde von 6 Wochen bis über 60 ig.🤣👍
Dieter kannte ich ja schon länger, vom Rhein und Ueli aus der Schweiz, den wir in Portugal kennen lernten, traf ich hier … auch er war über Daniel hier gelandet 😀.

Vom Kultur-und Konsumschock, dem übermässigen Angebot in den Supermärkten und der stressigen Hektik im Strassenverkehr hab ich mich langsam wieder erholt und mich angepasst.
Vermissen aber schon wieder den wunderschönen Peloponnes, mit den freundlichen, hilfsbereiten Menschen, der vielfältigen, bunten, romantischen, wilden Landschaften, traumhaften Stränden, einsamen Buchten, der Ruhe, Gelassenheit und Gemütlichkeit wo es uns sehr wahrscheinlich nächsten Winter wieder hinziehen wird.

Vorher aber freue ich mich auch sehr auf meinen Besuch in der Schweiz, wo die 3-4 Wochen auch im Fluge vorbei sein werden. Freue mich meine Familie und Freunde nach gut 7 Monaten und 15000km wieder zu sehen.

Ab Juni werden wir voraussichtlich unsere neue Abenteuerreise nach Estland starten… über Polen, Litauen und Lettland. Dort soll es anscheinend auch ein Womo Traumland sein… wir sind gespannt!

June’s Castello steht immer noch verwaist und leer… wir vermissen unser Womobüsi immer noch… sie war einzigartig! Aber wer weiss… es ist Frühling… vielleicht springt uns unterwegs ein kleines Katzenkind ins Herz.

bis bald … grüsst euch die Strohwitwen verwaiste Monschterburgbesatzung
Lisi, Janosch und Andra

Übrigens… es ist schön wieder auf engstem Raum, im überfüllten Womo, zu Zweit als gut eingespieltes Team mit unserem Hunderudel zu reisen, zu leben und Erleben…wir haben einiges gelernt, verstanden und uns teilweise (zum Guten) verändert .

Und schon sind wir in Kroatien..

Mit herzlichem Abschied von Elma, Alen, Vater und von Gerhard, verlassen wir Blagaj. Noch eine Weile der schönen Buna nach und überall mit Hochwasser.
Bald sind wir an der Grenze nach Kroatien, bei Metković, bei den Bosniern 1 Minute und bei den Kroaten 10 Minuten um unsere Papiere zu kontrollieren.
Auf der Strecke fuhren wir 4 „Bäumchen“ von Park4Night an, das erste auf dem Berg wär gut für eine Nacht gewesen, wir hatten noch viel Zeit und fuhren weiter, das zweite fanden wir nicht, drehten in einem Olivenhain (diesmal ohne Sumpf oder andere Hindernisse😜) um wieder auf die Strasse zu kommen, nach dem 3., das uns gefiel, fuhren wir aber doch noch das 4. an… wär unter Umständen auch gut gewesen, doch weil Sonntag war hatte es schon viele Leute am Strand… na ja wir sind halt verwöhnt und liebens einsam, schon wegen unseren Vierbeiner-Monstern.
So mussten wir nicht lang überlegen und fuhren die paar km zum 3. zurück. Eine Landzunge mit kleinem Yacht- und Fischerboothafen, auf einer Seite der Fluss und die andere Seite eine Meeresbucht. Ausser paar Fischern am Ufer und paar Yachtkapitänen, die den sonnigen Sonntagabend auf dem Wasser genossen, war der Platz leer. Die Hunde genossen wieder mal ihre Freiheit und das Bad im ruhigen Wasser.
Am Morgenspaziergang wateten wir durchs seichte Wasser aufs kleine Inselchen.


Dann Weiterfahrt nach Ploče, Versuch, unseren Kaffekapselvorrat auf zu füllen, seit Griechenland waren die nicht mehr zu kaufen. Leider ohne Erfolg. In Markarska erblickten wir einen Kaufland und wurden dort fündig, wenn auch fast doppelt so teuer wie in Greece😡.
Es war ein richtiger Konsum- und Kulturschock, wieder in Städte mit so vielen Einkaufsmöglichkeiten mit so riesigen Angeboten zu kommen.
Dafür erwartete uns der Küstenstrasse entlang, bis Brela, eine Pinie nach der andern, übervoll mit Prozessionsspinnernestern.
Oh Schreck… wir steckten die Idee am Strand zu bleiben und wollten zum Stausee Jezera Prološko Blato flüchten, da fanden wir im Herbst ja einen netten Platz. Bei der Fahrt den Berg hinauf trafen wir zwei Schweizer Motorradfahrer, Vater und Sohn. Nach kurzer, netter Unterhaltung zogen wir weiter.
Dann sahen wir vom Berg, weit hinunter, den See. Auf einem Aussichtsparkplatz hielten wir Ausschau… das wird wohl nichts mit Übernachten: wo wir im Herbst standen war ringsum nur Wasser, dort wo die Fischer mit dem Auto das trockene Steilufer runter fuhren… alles überflutet. Dafür konnten wir aber auch in den Kratersee (ein blaues Auge) runterblicken. Also fahren wir gar nicht mehr runter und fahren zurück, bei Rumin über eine schöne Brücke, auch da überall überflutetes Land bis zu den Häusern, beim nächsten See, Perucko Jezero Potravlje, an einem Strändchen leider wieder Pinien, doch am Strässchen zum See und einem wohl verlassenen Gehöft war es für eine Nacht gut zu stehen, in der Dunkelheit sah frau den umher liegenden Müll ja nicht und am Morgen blickten wir beim Frühstück auf den vollen See und die darin stehenden Bäume.


Heute hatten wir über 200 km zu fahren über eine super gut ausgebaute Bergstrecke. Am Zwischenhalt erfreuten sich die Hunde, besonders Janosch, denn auf 759 M.ü.Meer hatte es teilweise immer noch Schneefelder.


100 km Fahrt von einer Stadt zur andern und dazwischen keine Einkaufsmöglichkeiten, vielleicht versteckt ein Tante Emma Lädelchen, doch nichts ersichtliches.
Die Menschen, die da wohnen, sind wirklich ab der Welt.
Bei Korenica endlich ein kleiner Kiosk, wo ich parken kann. Und endlich kann ich für 79.99 Kuna (10.78€) eine Tourist Data SIM Karte kaufen … für eine Woche unbegrenzt 20 GB schnell und danach reduziert. Die Karte bekam ich ohne lästige Formalitäten und Ausweis vorzeigen, ich musste nichts installieren oder registrieren… einfach Karte rein und es funkt🤗👍. Da kann sich Vodafone mal eine grosse Scheibe von abschneiden, Touristenfreundlich und sehr schnelles starkes Internet von VIP !
Und nun sind wir auf dem Free Camp, ganz alleine.. vielleicht Nachts mit Besuch von Wildschweinen, den Wühlspuren nach sind viele auf der riesigen, grünen Wiese, die mit grossen Bäumen, blühenden Sträuchern und vereinzelt spriessenden Blümchen bewachsen ist. Es hat ein WC Häuschen, Lavabo und Aussendusche (die wegen Wasserrohrbruch im Winter nicht in Betrieb sind), eine Feuerstelle mit Sitzgelegenheit (Baumstamm) und ein Rezeptionshäuschen, welches geschlossen und leer ist mit einem Briefschlitz in der Wand für freiwillige Spenden, ansonsten ist der Platz einfach grosszügig und kostenlos zur Verfügung gestellt. Eine tolle Idee von dem Besitzer und wie wir auf Fotos gesehen haben, wird die Wiese in der Saison gerne und oft genutzt, sollte es öfters geben! Danke unbekannterweise, wir werden gerne unseren Obolus in den Schlitz stecken!
Das wärmende Feuerchen haben wir schon genossen und unser Abendessen auf dem Stamm sitzend verspeist.

Traurig und nachdenklich stimmten uns auf der Strecke immer wieder die vielen vom Krieg zerstörten Häuser und Gehöfte.
Ich werde das nie verstehen können, was für einen Sinn so nutzlose Kriege haben sollen, ausser Politikern und Wirtschafts Mafias bringt das doch niemandem Nutzen, sondern nur Leid. Da sind total zerfallene Häuser, solche die noch teilweise zu retten und zu sanieren waren, oder „nur“ neu gedeckt, Löcher ausgemauert oder Fenster ersetzt werden müssten. Daneben neu gebaute, teils noch nicht fertig und doch schon bewohnt, das Geld zum Weiterbau muss erst verdient sein!
Nur die Kirchen, egal welcher Religion, sind immer gut erhalten, gepflegt und meist protzig… wäre es nicht eher an denen, den Armen wo ihr Heim verloren haben zu helfen!?

Es wird späteren Abend, auf der Strasse in der Nähe wird es ruhig, fast kein Verkehr mehr! Dafür melden die vielen Singvögel in den Bäumen… der Frühling ist da🤗👍💐ein wunderbares Gezwitscher und Gepiepse!

Montenegro bis Bosnien Herzegowina

Die nächste Nacht verbrachten wir beim Strand von Buljarica, da stand ich letztes Jahr mit Uschi und John.
Ein vom Krieg zerstörter und verlassener Camping, nur noch paar Ruinen aber ein schöner Strand und ein nettes, gutes Restaurant.
Dann fuhren wir weiter über Budva und Kotor, eigentlich wollte ich da mit Sigi einen Altstadtbummel machen, doch hier ist der Touristenstrom schon viel zu gross, Parkmöglichkeiten für Womos fast nicht zu finden und ein riesiges Kreuzfahrtschiff lag vor Anker. ..und alle (2000?) Passagiere auf Besichtigungstour!
Leider auch nicht, wie in Griechenland, hilfsbereite Polizei, sondern nur ein Polizist, der uns genervt drauf hinweist, unser Fahrzeug sei zu gross für die Strasse, und wir sollen zurück und weg fahren.
So machten wir uns wieder auf die Fahrt zur Bosnischen Grenze. Tante Navi ist ja wohl lernfähig, sie weiss dass wir kleine Bergsträsschen lieben…. und schickt uns ein steiles, ziemlich verschlissenes Strässchen den Berg rauf. Machte aber wie immer Spass und die Aussicht war super… paar gemütlich, am Strassenrand lagernde Rindviecher schauten uns erstaunt an.
Vor der Grenze dann wieder eine lange Schotterstrecke/Baustelle, auf der uns eine Planierraupe entgegenkam und uns platt walzen wollte, da wir nicht ausweichen konnten, und ein LKW so arg im Weg stand, dass sein Spiegel leiden musste. Dafür hat uns dann ein Bagger 5 min lang den glatten Weg nochmal planiert… alles nicht so ganz zu verstehen, aber lustig.
Auf 1050 M.ü.Meer übernachteten wir bei einem Picknickparkplatz am Klinje See, schön kühl.. am Morgen 1 Grad.
Nach dem Frühstück brachen wir auf, unser Ziel war das Autocamp Blagaj, bei Alen, Elma und ihrem Vater.
Bis dahin aber führten uns die recht guten Strassen über die schönen Berge, im Hintergrund immer noch tief verschneite Bergspitzen und sogar am Strassenrand hatte es ab und zu noch Schneereste.
Durch den härteren Winter als gewohnt hat die Schneeschmelze und der viele Regen die kleinen Flüsse anschwellen lassen und riesige Flächen Land überschwemmt. Das Flüsschen, welches sich lieblich durch die Ebenen zwischen den Bergen hindurch schlängelt, ist zu einem breiten Strom angewachsen und wir staunten nicht schlecht, als wir Kuhherden mitten im Fluss mit Wasser bis zur Brust, stehen und genüsslich das leuchtend grüne Gras fressen sahen. Wie Wasserbüffel, welche wir eigentlich in Kampanien (Italien), dem traditionellen Mozzarella di Buffalo Zampano Gebiet, zu sehen gedachten und zu selten zu sehen bekamen. (Leider, sie waren oft massenweise auf schmutzigen Ausläufen und Ställen gehalten).
Hier sahen die Kühe ganz zufrieden und glücklich aus. Immer wieder ein Berg hinauf und hinunter durch mit Krüppeleichen/Steineichen und Sträuchern bewaldetes Gelände, viele Steine… hübsch gepflegte Häuser und Gärten und leider auch viele Kriegsruinen und leider auch öfter wieder am Strassenrand oder Abhängen wilde Müllhalden… schade!
Unterwegs kaufen wir bei drei Frauen, die dick eingepackt in Pullover, Winterjacke und Schal, am Strassenrand auf Stühlen sitzend, strickend und auf Kundschaft wartend, ihre Produkte des Winters…. Pullover, Westen, Schals, Mützen und Socken zwischen Bäumen auf gespannter Wäscheleine zum Verkauf anpriesen.
Natürlich wollte jede von ihnen etwas verkaufen, wir beschränkten unseren Einkauf aber auf drei paar warme (kratzende) Naturschafwollsocken.

Bald schon erblickten wir die Festung Stjepan Grad und somit waren wir fast am Ziel.
Die Campbesitzer Familie begrüsste uns wieder herzlichst und freute sich über unseren Besuch.
Natürlich wurden wir gleich wieder mit Willkommensdrink verwöhnt und Abends zur Geburtstagsfeier des momentan einzigen anderen Gastes, Gerhard, eingeladen.
Wie jedesmal wenn wir hier waren, durften unser Gläser nie leer werden, es gab Grillfleisch, Würste und Salat.
Elma hat unser Riesenpaket Dreckwäsche mitgenommen und wenn heute das Wetter gnädig bleibt, sollte diese auch trocknen.
Gestern wurden wir nämlich mit Regen gestraft. Aber heute scheint zum Glück die Sonne wieder heiss.

Übrigens, Micky geht es nun wieder besser. Zwar schiebt er Heisshunger und muss Diät halten, kriegt sein Futter genau abgemessen, nur wenig Trockenfutter, dafür Frischfleisch und Joghurt, Hüttenkäse oder ähnliches.
Der Wecker klingelt Morgens und Abends regelmässig zum Blutzuckerwerte messen und Insulin spritzen… er ist ein braver Patient und hält geduldig hin, nur müssen wir dauernd auf der Hut sein, damit er den Andern kein Fressen klaut. Durst hat er immer noch, doch hält er meist wieder eine Nacht durch ohne Pippi gehen und ohne Panne :-))
Auch seine Werte sind nicht mehr sooo beängstigend hoch.

Für Janosch möchten wir ein Kinder Nachtlicht kaufen, waren dafür sogar in einem grossen Toys Laden und in Elektrogeschäften, wobei mir nur eine leuchtende, blinkende und musizierende Uhr angeboten wurde…. nicht ganz sinnvoll für meinen gehörlosen Oldie. Der Arme fühlt sich nämlich glaub nachts im Dunkeln verlassen und unsicher, ohne die gewohnten Geräusche um ihn rum zu hören.
Und auch das Halsband mit Vibration werde ich ihm bestellen, um ihn auf mich aufmerksam zu machen und damit ich ihn abrufen kann.

Wir haben hier mal genug Zeit und Musse, angestanden Arbeiten zu verrichten, Sigi hat die Womogarage aufgeräumt und geputzt, ich den Plattfuss an meinem E-Bike geflickt und hier und da eine lockere Schraube angezogen.


Dank mal Free Wifi vom Camp und Strom aus der Dose laufen unsere elektronischen Geräte auf Hochtouren, es wird getippt, gespielt und gesurft.
Ich bin am Suchen und bestellen… Die Energieversorgung unserer Monschterburg ist etwas schwach und ich möchte auf LiFePo4 (Lithium) Batterien umsteigen und ein zusätzliches Solarpanel aufs Dach montieren.
Wer die Wahl hat, hat die Qual… und da ich von Stromerei nicht viel verstehe, überflutet mich das Angebot im www.

Da wir ja momentan in Nicht-EU-Ländern reisen, können wir nicht telefonieren, das kommt übermässig teuer, Simkarte für den Wlanrouter kaufen wir erst wieder in Kroatien und das Internet mit der Satschüssel ist immer noch grässlich langsam und nicht stabil genug, um vernünftig was damit zu machen.
Das war wirklich ein teurer Fehlkauf und „Lernblätz“ als Womo Anfänger!

Liebe Grüsse in die Heimat… bis bald

… in Montenegro

Nach zwei Nächten verlassen wir den idyllischen Platz und fahren weiter, an Vlorë vorbei. Albanische Autobahn, laut Navi dürfen Womo’s nur 70 fahren… reicht auch.. auch hier hats Hubbel und Löcher und schaukelt ohne Wind!
Wir kommen in den Stau und fahren paar andern nach, welche die Autobahn verlassen und über Schleichweg den Stau umgehen.
Um wieder auf die Autobahn zu kommen fuhren die andern bei einer Schranke durch auf die Autobahntankstelle, also wir hinterher. Da schliesst der junge Mann vor unserer Nase die Schranke, als wir durch wollen meint er… bezahlen.. 8 € ! Der tickt wohl nicht richtig, Touris abzocken.. ne nicht mit uns!
So drehen wir um und versuchen es die nächste Strasse.. und wieder nichts.. Strasse gesperrt.. Brücke futsch! Dann versuchen wirs über die Autobahnüberführung … vielleicht von der andern Seite? Nein wir müssen nochmals zurück und können dann wieder auf die Strasse.
Später erwischen wir Schotterstrasse, aber so was von rumppelig mit riesigen Löchern.
Als wir dann endlich müde und hungrig bei der Lagune Patokut ankamen suchten wir uns ein Plätzchen, war aber fast alles überschwemmt, so stellten wir uns auf einen Restaurantparkplatz, machten eine Pipirunde mit den Hunden und setzten uns dann gemütlich, mit Blick auf die Lagune ins Restaurant. Wir waren ausser paar Männern mit Bier die einzigen Gäste. Der junge Kellner (Wirt?) bediente uns zuvorkommend, die zwei Frauen (Köchin und Haushälterin?) freuten sich an unseren Hunden.
Nach dem Essen wollten sie unbedingt ein Foto mit uns zusammen und es gab einiges zu lachen.
Das kleine Bächlein über den Parkplatz konnten wir vorher noch gut überspringen, jetzt war es voller und viel breiter und in der Nacht mit dem fürchterlichen Sturm und Regen schwoll das Bächlein zum See an.
Janosch, der den Sturm und Regentrommeln auf dem Dach ja nicht hörte… aber eben spürte, schob wieder mal Panik und brauchte unsere Nähe und Streicheleinheiten.
Wieder mal eine Nacht mit zu wenig Schlaf!
Zudem sah ich einen Funkenregen beim Strommast bei der Strasse, danach waren die Lichter alle aus.
Dann um 5 Uhr 15 weckte uns ein lautes Gebrumme… die Pumpe wurde angeschmissen, um den überfluteten Platz abzupumpen.
An Schlaf war nicht mehr zu denken, wir fuhren ohne Frühstück los, bis wir am Ende des nächsten Dörfchens einen geeigneten Platz fanden, um erst die Hunde rasch raus zu lassen und um unser Frühstück zu essen.
Plötzlich klopfte es ans Fenster, die Frau, welche ich vorher freundlich mit „guten Morgen“ begrüsste, kam zurück, streckte uns lachend eine Serviette gefüllt mit Caramels, zwei Orangen und zwei selbstgefärbten roten Ostereiern entgegen.
Wie so eine liebe Geste eine etwas unzufriedene Stimmung sofort wieder aufhellen kann. Unser Unmut über Wetter, Lärm und Schlafmanko war verflogen und wir starteten die weitere Fahrt lachend.
Und dann waren wir schon wieder auf einer Rumpelpiste, schlimmer als Schotter, total verlöcherter Teer. Ca. 30 km mit Tempo 8-18 km/h oft Gegenverkehr, Tiere und feierlich gekleidete Kirchgänger, die lange Fussmärsche für die Ostermesse auf sich nehmen. Und immer wieder Überschwemmungen, Ställe, die schwimmen oder gar zerfallen sind.
Endlich zeigte das Navi nur noch 18 km zum eventuellen Ziel… dann eine lange Brücke/Strasse beim See/Lagune … Eisenpfahl zur Begrenzung und zu schmal😡😳. Was nun? Ein Einheimischer deutete uns rundum zu fahren… dann waren es plötzlich 49 km !
Irgendwie kam uns die Gegend plötzlich bekannt vor… hier waren wir bei der Fahrt nach Griechenland doch schon mal… Velipojë.. der Ort mit dem dichten Pinienwald.. mit den grässlichen Hotelklötzen! Beim ersten Mal hat es uns da schon angewidert und diesmal war es nicht besser, zudem auch alles unter Wasser, keine Zufahrt zum Strand möglich. Auf dem Weg dahin, wo letztes Mal auf der anderen Seite des Baches Ziegenställe standen und Weiden. ..Wasser, Wasser, Wasser … alle Ställe zerstört, die Schotterpiste inzwischen teilweise fertig geteert.
Wir entschliessen uns, heute noch bis Montenegro zu fahren.
An der Grenze mussten wir wie letztes Mal fast eine Stunde im Stau stehen.
Die Strasse nach Bar war zeitweise gesperrt, dafür fanden wir ein nettes Strässchen das auch in diese Richtung führte. Diese Gegend war wieder ähnlich wie Griechenland, mit steinigem Land aber sehr schön. NUR … diese Autofahrer!…Wie vermissen wir die Gelassenheit und Ruhe der Griechen, da regte sich keiner auf, es wurde nicht gedrängelt oder ungeduldig gehupt!

Ein Platz auf park4night entpuppte sich als Fischer Restaurant Dorf… für diese Jahreszeit ganz schön viel Betrieb war dort, sicher gut zum Essen! Man hätte auch gut zum Übernachten dort stehen können, nur mit den Hunden war es uns zu eng. Auch hier war alles ringsum überschwemmt, sah aus wie Mangroven Wälder.
Jede Menge Fischrestaurants am Fluss und einheimische Besucher.

Nach paar Fehlversuchen, wir hatten schon bald die Hoffnung verloren, fahren wir einen Weg zum Surferstrand, zwar auch durch paar grössere Wasserstellen, doch das kennt unsere Monschterburg ja.
Die letzten paar Hundert Meter waren mit neuem Schotter bedeckt und es gab einen Platz zum Wenden. Da stellten wir uns hin, idealer Platz, und unsere Nachbarn… nur quakende Frösche.
Die Hunde geniessen wieder mal die totale Freiheit.
Nach dem leckeren Abendessen, das Sigi schnell zauberte, wanderten wir mit den Badelatschen über die überflutete Strasse zum Strand… ein riesiger, erstaunlich sauberer Strand, paar Holzhäuschen und Wohnwagen vom Surferclub erwarteten uns.
Einen Mann entdeckten wir, er wohnt dort… war aber nicht gross gesprächig.

Bis jetzt ist es fast ruhig um uns… das Froschkonzert und paar undefinierbare Tierlaute… kein Sturm, Wind oder Regen… wir hoffen auf einen gesunden, tiefen Schlaf🤗👍😀!

Bis bald😘

Neues Kapitel: Albanien

Nun haben wir genug gesehen von Korfu und wollen aufs Festland zurück.
Wir wollten ja auch Itineo’s zum Abschied winken.
Ihre Fähre nach Venedig legte um 01 Uhr Dienstags ab.
Fast hätten wir es nicht geschafft. Am Sonntag waren die Fähren wegen schlechtem Wetter gestrichen. Also fuhren wir nochmals nach Gouvia zurück. Am andern Morgen bezeiten versuchten wir nochmals unser Glück. 11.45 hätten wir eingecheckt. Fahrkarten hatten wir dafür. Im letzten Moment wird die Überfahrt wiederum gecancelt, einige Lastwagen, die schon auf der Fähre waren, mussten wieder raus. Wir buchen um auf 16.00 Uhr.
Wir nutzten die Zeit und suchten eine Fiatgarage auf.. das Zündschloss spinnt und spielt mit uns Roulett.
Die konnten uns auf die Schnelle nicht helfen, hatten auch kein Ersatzteil an Lager, also nochmal zum Strand. Der war verbaut und wir fuhren zurück in den Hafen. So konnten wir uns wenigstens zwei Stündchen aufs Ohr legen und den verlorenen Schlaf von der gestrigen Gewitternacht nachholen.
Um 15.20 Uhr hatten wir dann mehr Glück und es hiess sogleich einfahren, wir als erste. Danach wurden wir von 10 LKW’s eingequetscht, allesamt mit Sandkippern unterwegs. Die werden wohl Sand für die Badestrände auf Korfu holen… dort ist nun nämlich der Frühling ausgebrochen und die damit verbundene Bau-, Aufrä
m-, Verschönerungs- und Putzwut ausgebrochen. Alle Unwetterschäden, Überschwemmungen, kaputte Strassen und angeschwemmter Abfall müssen in Ordnung gebracht werden… die Einheimischen zeigen sich nun viel mehr draussen, die Vorgärten werden gepflegt, Stühle vors Haus gestellt und oft wird von der älteren Bevölkerung draussen ein Schwätzchen abgehalten. Der Winterschlaf ist vorbei!

Wieder in Igoumenitsa angekommen werden wir von Tina und Klaus erwartet… nun gehts endlich zum lang ersehnten Mojito🤣… Tina hat ein Lokal gegoogelt, das Thirsty Dog, wo es den besten Mojito der Stadt geben sollte. Es war nicht zuviel versprochen, der Drink war super und auch das Essen fein zubereitet und sogar das freie Wifi war gut. Wir genossen einen gemütlichen Abend zusammen bis die Zwei dann für ihre Überfahrt einchecken mussten.
Eigentlich wollten wir ja grad auf dem Parkplatz an der Strasse übernachten, jedoch kläfften alle Hunde in den Nachbarhäusern (unsere brachte das nicht aus der Ruhe, die waren ganz brav! ) und auch der Stadt- und Strassenlärm war unerträglich. So fuhren wir doch noch die paar km zum Paralia Drepano raus, ans hinterste Teil… Endstation. Eine herrlich ruhige Nacht und am Morgen ein traumhafter Blick übers Meer, wo die vielen Fähren fuhren, und auf der anderen Seite die Lagune mit Flamingos, die rumstolzierten. Nochmals an massenweise Orangenfeldern vorbei, wo fleissig geerntet wurde.
Bei Mavromatio verliessen wir mit einem lachenden und einem weinenden Auge Griechenland. Wir haben unser Herz halt dort und besonders auf Peloponnes verloren. Nun freuen wir uns aber trotzdem über neue Entdeckungen und Erlebnisse auf der Weiterfahrt.
Albanien: bei Burint erblicken wir das Venitian Triangle Castle, über den Fluss führt eine etwas antik (vielleicht dem Castell angepasste?) Fähre/Floss. Wir zweifelten erst, ob das Ding unsere Monschterburg auch heil rüber bringen wird, doch glaubte ich auf FB schon abenteuerliche Flosse mit Womos gesehen zu haben und wir wagten die Fahrt. ..kurz und schmerzlos geglückt!🤣🤗👍
Drüben war sogar die Gartenwirtschaft geöffnet und wir speisten lecker.
Dann führte uns die Strasse weiter nach Sarandë (Das Lloret de Mar Albaniens, Brrr).
Ein Abstecher von dort ins Landesinnere, eine Strasse schlängelte sich zwischen Fluss und Kanal hinauf, dann über eine Brücke und die Schlucht hinauf.
Das Blue Eye oder Siri y Kaltër bei Bistricë, eine Karstquelle, welche 6 Kubikmeter Wasser pro Sekunde fördert, ist leuchtend blau. Hier ist auch noch alles geschlossen, ein Teil der Anlage überschwemmt. Zwei Womos haben schon parkiert und wir fanden auch noch ein Plätzchen mit Blick auf den Fluss, neben paar Holz(ferien?)häuschen.
Die „Wach“Hunde kläfften die längste Zeit….und am Morgen früh begannen sie von Neuem, dazu fuhr ein Auto mit Arbeitern auf den Platz, die dann grässliche Kratzgeräusche verursachten, um den Platz vom Schwemmgut zu reinigen.
Nichts mehr mit Schlaf oder gemütlichem Frühstück, schnell machten wir alles fahrtauglich und ab, etwa 2 km später parkierten wir und machten unser Frühstück und auch die Hunde konnten in Ruhe fressen.

Weiter, wieder zum Meer, an den Strand von Bunec, den wollten wir uns nur mal ansehen, denn zum Übernachten sei er die nächste Zeit nichts. Zwei Mädels von einer FB Seite, welche wir kurz bei Sarandë besuchten, haben uns erzählt, das dort ein Festival von Rainbow Gathering Leuten sei.
Einige junge Frauen und Männer sassen auch wirklich hier, sie winkten uns zu sich und wir hatten eine nette Gesprächsrunde mit Ihnen. Sigi vermisste dann auch gleich ihren Sohn Jan, der ja auch wie die meisten von den jungen Leuten mit Rucksack rumreist. Der eine Junge hatte auch ein grosses „Loch im Bauch“ und wir schauten, was wir von unserem Kühl- und Küchenschrank entbehren konnten. Zudem hat die Sonne gute Arbeit geleistet und unserer Nespressomaschine genügend Strom gespendet, um die ganze Runde mit Kaffee zu versorgen.
Wir wollten jedoch weiter, um die Hunde frei laufen zu lassen war es dort nicht so geeignet, da in der Zeit, in der wir dort waren, gleich zwei Ziegen- und Schafherden durchgetrieben wurden, und wir wollten was Einsameres suchen.
Lange fanden wir nichts überzeugendes, die einsamen Strände werden im Affentempo mit Feriensiedlungen und Hotelklötzen zubetoniert und Abfallhalden dekorieren oft die Gegend. Die Strasse, die neben der wahnsinnig eindrücklichen Schlucht zum Parkplatz fürs Monastir Theodorit auf dem Hügel und dem Strand von Gjipe, weit unten, führte, fuhren wir runter bis sie endete, hier nützte dann auch unsere Abenteuerlust nichts mehr, wir mussten kapitulieren, der Monschterburg Feierabend gewähren und unsere Füsse in Anspruch nehmen, um den lohnenden Abstieg, über den steilen steinigen Weg, zu schaffen. Es wollte nicht enden, aber die Bucht mit „Bio Camping“ … eine grüne Oase gegen die Schluchtmündung, die Aussicht auf das Felsgestein der Schlucht und den traumhaften Strand, entschädigte uns.
Zur Stärkung tranken wir eine kühle Cola beim Camping Besitzer, Sigi wagte wie fast immer paar Züge in den arg kalten türkisfarbenen Fluten des Meeres, bevor wir wieder den steilen Berg rauf keuchten.
Wo sind die Zeiten geblieben, wo ich noch unseren Ziegen, Kühen und Schafen über Stock und Stein nachrannte🤣?
Na ja geschafft haben wir’s ja.
Es standen noch zwei Womos auf dem Parkplatz, die Bewohner waren aber nicht zu erblicken, Fenster und Türen fest verrammelt 😜.
Wir schliefen schon, als uns ein Blaulicht und Motorengeräusch aufschreckte, unter dem Vorhang durch erspähten wir ein Polizeiauto, das über den Parkplatz kurvte, Polizisten, die mit den Scheinwerfern rumleuchteten, paar Schritte umher liefen… keine Ahnung was die wollten. Wir machten uns etwas Gedanken… ob wohl mit den Deutschen aus dem NachbarWomo was passiert ist, dass wir sie nie zu Gesicht bekamen?
Am Morgen war lange immer noch keine Regung in den andern Womos zu merken, erst als wir weg fuhren, sah Sigi ein Schatten einer Person hinter dem Fenster.
Wir werden wohl nie erfahren was diese Polizeiaktion sollte.

Die Fahrt heute führte uns über den Mount Çika Pass (1000M.ü.M), mit einer Mega Aussicht über Land und Meer und rauf auf das verschneite Bergpanorama am leuchtend blauen Himmel. Über Orikum, Radhime, Vlora.. dort war das Einkaufen schwierig, keine Parkplätze bei Supermärkten vorhanden, so kauften wir bei kleinem Minimarket und Bäckerladen ein. Für wenig Geld .. gute Sachen.
Eine Schar Kinder mit einigen ihrer Mütter standen draussen, Eines der Mädchen wollte wissen, ob wir Deutsch sprechen und dolmetschte dann all die vielen Fragen, welche die Kinder dann hatten. Sie wollten alles um die Hunde wissen, die Hunde streicheln und bestaunten das Womo. Das Mädchen merkte sogar, dass ich ein anderes, etwas komisches Deutsch rede… Aha weil ich aus der Schweiz komme!
Nun holperten wir über kaputte Strassen, im Zickzack um die Löcher und Hügel. Etliche Km Schotter zur Lagune und Buchten, die eine wie die Ochsenbauchbucht auf Peloponnes.
Auf einer grossen Wiese über der Sandsteinfelsenküste fanden wir einen herrlichen Übernachtungsplatz.
Am Abend besuchten uns zweimal vorbeiziehende, freundlich winkende Hirten mit ihren Ziegen- und Schafherden. Toll wie diese Herdenhütehunde ruhig arbeiten, unseren Hunden mal kurz den Takt angegeben haben und danach auf Abstand die Tiere in Schach hielten und gleichzeitig aus den Augenwinkeln unsere Hunde beobachteten, ob die auch anständig ihrer Herde fern bleiben.

Auf der einen Seite ist der Vollmond langsam aufgegangen während gegenüber die glühende Sonne im Meer versinkt.

Wir haben die Monschterburg richtig in den Wind gestellt und hoffen, er wechselt die Richtung nicht zu oft, damit weder Gepfiffen noch Geschaukelt wird!
Guet Nacht!

Kerkyra…zauberhaftes Insel Flair… und vierbeiniges Sorgenkind

Dienstag 20. März/Mittwoch 21.3.18
Der Wunsch von einer ruhigen Nacht wurde von „Petrus“ nicht beachtet, ein heftiges Gewitter direkt über uns liess uns „Hundeberuhigungsdienst“ machen. So sassen wir zwei müden Frauen auf dem engen Platz am Fussboden, je einen zitternden Oldy Dog im Arm. Und Micky wollte auch dreimal raus und trotzdem waren die Unterlagen auf den Sitzen morgens feucht…
Als sich das Donnern und Blitzen endlich verzog, blieb uns nur noch ein kurzer Schlaf… um 9.30 Uhr mussten wir wieder in Kerkyra bei der Tierärztin sein.
Danach wollten wir uns die Strände, welche Margret, eine liebe Womo Freundin, empfohlen hatte, erkunden, dabei auch in Agios Matthaios, einem netten, urigen Dörfchen mit einer speziellen und ausgesprochen guten Metzgerei einkaufen gehen. Auch die hatte Margret uns empfohlen… und es hat sich gelohnt, uns mit der Monschterburg zweimal durch die engen Strässchen zwischen den Häusern durch zu quetschen! So leckeres Fleisch zu äusserst günstigen Preisen, in dickem Fleischpapier wie zu Grossmutter‘s Zeiten eingepackt, hatten wir schon lange nicht mehr!
Die Fahrt durch die ewig langen, bezaubernden „Märchen“-Olivenwälder faszinierte uns, wir konnten nicht genug davon kriegen, alle diese uralten Bäumen lebten und hatten Gesichter. Die Strasse hoch über der Küste, rauf und runter, schmal, löchrig und in alle Richtungen gewellt hätte jeder Achterbahn Konkurrenz gemacht und allpott standen Uraltmodelle von Lastern und Autos am Strassenrand. Welche noch benutzt wurden war nicht sicher ersichtlich, jedenfalls hatten sie noch Luft in den Reifen!
Wieder sahen wir viele Erdrutsche und Abbrüche an den Strassen und wenn wir es dann mal zu einem Strand runter schafften, war sicher die Strasse überflutet oder es waren sogar ganze Betonplatten ins Meer gestürzt. Oft ging Sigi zu Fuss los um zu schauen, ob ich eine Durchfahrt wagen kann, weil ein eventuelles Rückwärtsfahren müssen problematisch wäre.
Es wird uns oft erstaunt nachgeblickt, mit fragenden Augen… was macht denn hier so ein Wohnmobil auf der Strasse, Leute winken uns freudig zu und bei kritischen Situationen wird fleissig beim Rangieren mitgeholfen… so 2 cm neben dem Abgrund und dem geparkten Fahrzeug vorbei oder unter schräg zur Strasse wachsenden Bäumen oder Ästen durch.
Und wenn wir dann doch mal ein einigermassen gerades Flecklein zum Stehen gefunden hätten, mussten genau dort statt den geliebten Eukaliptus-, Tamarinden-, Oliven-, Palmen- und sonstigen Bäumen… die gefürchteten Pinien stehen und diese sind immer noch fast alle mit den schei… Prozessionsspinner Raupen Nestern befallen!
Dann hatte es auch einige wenige Plätze, welche für unser Auge so fürchterlich waren… für einige vielleicht ein bisschen verrückt, aber wir ziehen Ruinen den architektonischen Missgeburten von Hotelblocks und Ferienüberbauungen vor. So fuhren wir Ende des Nachmittags zurück, um einen neuen Strandplatz aufzusuchen.
Inzwischen hatte Sigi aber ein Mail mit weiteren Labor Resultaten von Micky erhalten und auf Abend einen weiteren Besuchstermin bei der Ärztin. Also ab in die Stadt. Micky fand das gar nicht gut und wollte erst gar nicht zur Tür rein, obwohl die junge Tierärztin sehr nett ist.
Die Resultate bestätigten Insulinpflichtiges Diabetes Typ 1, er soll Ruhe haben, weil er Ketone im Urin hat (diese geniesst er gerade auf Sigis Beinen ;-), weiterhin viel trinken und genug fressen. Wenn das bestellte Insulin angekommen ist, wird die Tierärztin uns die weiteren Massnahmen, das Überprüfen der Werte und das Spritzen des Insulins erklären.
So wurde es dann gestern wieder mal dunkel, bis wir den Schlafplatz beim Venetian Arsenal / Shipyard, Gouvia erreichten. Die Bucht, wie ein See anzusehen, fast spiegelglatt und ruhig mit paar kleinen Booten. Daneben die neue Werft und Hafen mit Yachten. Gestern zogen Sportruderboote zügig vorbei. In der Wiese auf der anderen Seite des Platzes, hinter Eisengittern, befindet sich das antike venezianische Arsenal. Die Ruinen mit ihren Bögen, Mauern
und Säulen überlebten fast intakt, nur ohne Dächer. Das war in Gouvia eine Werft der Venezianer, die während ihrer Herrschaft erbaut wurde. 1798 wurde diese Verwendung offiziell eingestellt, diente später Admiral Uschnakow als Militärlager und 1917-1918 als Stützpunkt der Franzosen.
Heute das Revier von 5 lustigen, netten Strassenhunden 👍🤗.

Das Wetter hat schon April… zwischen Sturmwind und Regen knallt auch die Sonne.
Wir geniessen die schöne Insel auf jede Fall, auch wenn es für unsere Lebens- und Reiseweise nicht optimal ist.
Die Menschen sind auch hier sehr nett, kontaktfreudig und hilfsbereit, die Häuser oft liebevoll gepflegt und geschmückt, aufgeräumt und sauber.
Bis auf das, dass die vielen Abfallkontainer zum Bersten voll sind (wofür die Einwohner ja nichts können!), sind die Strassenränder, Strände, Wiesen, Wälder und Bergabhänge erfreulich sauber gehalten!

Noch zum Blog: einen ❤️lichen Dank an meinen Sohn Huwi 👍🤗
Die von einigen vermisste Abonnementsfunktion per E-Mail hat er repariert.

Bis demnächst …

Wir entdecken die neue Insel.. die Herzen hängen aber noch an Peloponnes!

Die Nacht nass und stürmisch und auch der ganze Morgen war grau und zeitweise stark regnerisch, die Strassen mit tiefen Pfützen. Wir fuhren nach Korfu Stadt zurück, Micky musste in die Tierklinik zur Untersuchung. Seit ca. 2 Wochen wird er ständig müder, sein sonst so starker Bewegungsdrang hat sich gelegt und er sieht auch traurig und lustlos drein. Zudem hat er ständig starken Durst und säuft literweise (Wasser😜), das natürlich auch wieder raus will und er alle paar Stunden nachts raus muss.
Es wurde Blut genommen, erste Laboruntersuchungen haben den Verdacht auf Diabetes bestätigt, weitere Bluttests und Urinprobe werden morgen gemacht.

Dann fuhren wir wieder der Küste nach gegen Nordwesten. Viele kleine Dörfer, enge Gassen und steile Strassen. Oft sehr touristisch… im Sommer…jetzt leer, wie ausgestorben. Fast alle Tavernen, viele Geschäfte geschlossen, Hotel, Appartements und Ferienhäuser leer.
Dafür gewaltige Aussichten über herrliche Strände und Buchten, leider auch oft mit Womo nicht erreichbar.
Im Sommer wird Ramba Zamba sein und die Gassen voll belebt. Wir glauben für Womourlaub eher weniger geeignet, besonders wenn man gerne frei steht.
Nun gegen Abend haben wir doch endlich ein geeignetes Plätzchen gefunden, an einem kleinen Fischerhafen, wo wir als einziges Freizeitboot eine „Berner“ Jacht erblickten 😀.
Da stehen wir nun auf dem sturmgeschädigten Platz mit Schwemmsand, Treibgut und Pfützen, alles noch wintersaisonmässig verwahrlost… und trotzdem hat es seinen Reiz und Charme!
Sogar im Regen sieht vieles nett aus, die Häuser sind gepflegter und hübsch dekoriert, auch wenn für unser Farb- bzw. Architekturgeschmack oft daneben!
Mal sehen was wir noch so finden werden.
Jedenfalls die kleine Taverne über dem Hafen war offen. Das ältere Wirtepaar (Wohl Eltern der jungen Wirte) der Taverna The 3 Brothers,in Astrakeri, haben uns als einzige Gäste sehr freundlich und köstlich bekocht, mit hausgemachten Leckereien verwöhnt.
Nun wünschen wir euch Kalinichta… pfused guet!

Neues Kapitel… Korfu

Nochmals etwas mehr Meer und… mehr Griechenland, bevor wir die Reise Richtung Heimat antreten.


Gestern erreichten wir Igoumenitsa.
Nachdem wir auf dem Hafen 3 Stunden gewartet haben, ob wir auf die Fähre nach Korfu können, da sie nicht wissen, ob sie wegen dem Sturm auslaufen dürfen, wurden wir dann kurzerhand abgespeist, die Fähre sei voll!
Bei der Anfrage am Schalter der anderen Fährgesellschaft erfuhren wir dann, sogar auf deutsch und sehr zuvorkommend, dass sie leider mit ihren kleineren, offenen Fähren bei Sturm nicht auslaufen dürfen. Die nette Dame machte uns dann ein sehr gutes Angebot für die nächstmögliche Abfahrtszeit oder eine Zeit nach unserer Wahl.
So suchten wir ein gutes Schlafplätzchen, welches zwar idyllisch, aber infolge von Sturm und Gewitter und somit unruhigen Hunden nicht besonders erholsam war 😡.

Pünktlich um 7.30 Uhr standen wir wieder vor dem Ticketschalter der Fährgesellschaft mit den Schiffen „EΛENH“, „ΑΓΙΑ ΕΙΡΗΝΗ“ und „NANTH“ („ELENI“, „AGIA IRINI“ und „NANTI“). Am frühen Morgen hat es nochmal kurz gewittert und geregnet… ob die wohl heute fahren?
Der Mann am Schalter war auch sehr nett, hat uns freuen reundlich informiert und gesagt, dass die Fähre nächstens von Corfu ankommen sollte. Auch er freute sich, dass wir bei dieser Linie buchen und gab uns den grosszügigen Rabatt, den uns die Dame gestern versprochen hatte.
Diese Line und ihre Flotte ist zwar etwas kleiner und weniger schnell als die Andere… dafür aber viel hilfsbereiter und freundlicher 👍🤗❤️⛴, auch das Personal, welches gekonnt und gelassen ruhig, für die Einfahrt im Retourgang, einwies, war klasse 😀.
Der Steuermann machte seinen Job meisterhaft und obwohl die See noch aufgewühlt war, ritt er die Wellen fast erschütterungsfrei.
Über Korfu lichtete sich der Himmel und je näher wir kamen schien die Sonne kräftiger.
Die ganze Fahrt über blieben wir draussen und trotz Wind war es erträglich und ein Erlebnis.
Ein tolles Panorama empfing uns, dann fuhren wir die Strecke der Küste nach. Eine ganz andere Gegend als bisher.
Die Häuser waren in besseren Zuständen, selten mal eine Bauruine, angefangen und nicht fertig gestelltes Haus, der Umschwung aufgeräumter und sauberer.
Man sieht, dass hier wahrscheinlich weniger Geldmangel besteht. .. Mehr Tourismus!
Es herrscht schon viel mehr Betrieb!
Auf der Suche nach einem netten Übernachtungsplatz gerieten wir ein paar Mal auf zu kleine Wege durch Olivenbaumbestände, die hier viel höher und weniger buschig gewachsen sind als wir es gewohnt sind und in Blumenmeeren stehen, auf satten grünen Wiesen.
Ein Olivenbaum wurde uns zum Verhängnis, hängte am Dach an und der morsche Ast fiel drauf.
Mit vereinigten Kräften und Klettereien konnten wir ihn von der Dachfensterhaube, wo er sich verkeilt hatte, raus- und runter ziehen. Glück gehabt, nix passiert!
Nun sind wir am 2,5 km langen Strand Chalikounas mit wunderschöner Düne gelandet. Auf einer Seite des Weges das Meer und an der anderen der See, Limni Korission.
Die paar Sonntagsausflügler sind wieder weg… wir bleiben hier und geniessen den bequemen Platz bei der geschlossenen Strandbar… die Hundis haben Schatten und wir herrliche Sonne… und Kaffee mit Sigis feinstem Orangenkuchen 🤗👍😍.

Wir verlassen Peloponnes…

Wir klappern immer wieder kleine Stichstrassen zum Strand ab, oft müssen wir wenden, weil die Wege unter Wasser standen.
Dann kam die Story mit dem Wasserfahrt Abenteuer, welche ja einige schon von meinen FB-Berichten kennen.
Im Navi war die Strasse durch den See vermerkt, tja und hier wollten wir durch… am Anfang gings ja noch und wir entschliessen es zu wagen, auch hatte es anfangs so nach ca. 100 Metern Erhöhungen über dem Wasser, wahrscheinlich Betonrohre fürs Wasser. Nach drei solchen Teilstrecken, wo wir dann jedesmal anhielten, aufschnauften und dem Motor etwas Erholung gönnten, holte ich tief Atem… und dann „Augen zu und durch“!
Nach etwa 2/3 der Strecke wurde das Wasser dann wirklich zu tief, wenden, weiterfahren oder gar hier übernachten, denn es dunkelte ja bald?? Gute Frage… schwerer Entscheid. Mit vereinigten Kräften gelang es uns, in Schwerstarbeit zu wenden, Sigi stand im Wasser, fühlte mit dem Fuss, wo der Strassenbelag aufhörte und wies mich Zentimeterweise an, unzählige Male hin und zurück, bis wir wieder in die andere Richtung standen und dann gings nochmals durchs Hochwasser zurück. Uff geschafft und aufgeschnauft… yes we can!🤣
Bei Kalogria auf einem grossen Strandparkplatz und geschlossener Taverne fanden wir einen Übernachtungsplatz, mit den Hunden am Strand spazieren ging, doch auf der Seite gegens Land mussten wir wieder wegen den Pinien aufpassen.
Beim Weiterfahren am nächsten Morgen eine schöne Strecke, die mich etwas an die Masuren in Polen erinnerte, so viel Wasser und Strassen dadurch.
Eine schöne Bucht erblickten wir von oben, die Strasse jedoch steil, und von oben sah sie teilweise auch schlammig vermatscht aus… heute wollen wir es mal nicht übertreiben!
Diesmal fahren wir bei Patras über die Andirrio Brücke, eine Schrägseilbrücke, welche mit einer Gesamtlänge von 2883 Metern die Meeresenge Rio-Andirrio überspannt.
Und dann verlassen wir Peloponnes, 4 Monate war hier unser Zuhause, es war wunderschön und wir werden bestimmt wieder kommen!
Jassas… Efcharisto! Schön wars!

Wieder auf dem Festland, ein bisschen vermissen wir Peloponnes schon, einfach etwas besonderes.
Bald finden wir aber doch noch eine tolle Bucht, am Ende einer Strasse unterhalb mächtiger Felswand. Eine kleine Wiese und dahinter Lagune. Lange Zeit ganz alleine weit und breit.. und dann plötzlich aus dem Nichts … erscheint eine weidende Kuhherde, mit süssen Kälbchen, auch die Mutterkühe waren ganz klein.
Eine Weile haben sie genüsslich geweidet, die Monschterburg mit Rulo vornedran auf ihrer Weide hat sie gar nicht irritiert und dann zogen sie einfach weiter der Strasse nach Richtung Dorf.
Am Morgen spazierte ich etwas mit den Hunden unter der Felswand, plötzlich hörte ich aus den Felsen ein komisches, warnendes Zischen und Schnalzen. Irgendwas bewegte sich auf einem Vorsprung, leider hatte ich den Feldstecher nicht dabei. Ich versuchte es mit dem IPhone zu fotografieren und zoomte so gut es ging.
Irgendwie sieht es aus wie ein sitzendes Känguru oder vielleicht ein Alpaka?? Es könnte auch eine Kreuzung Ziege x Steinbock sein!

Auf der Fahrt bei Mesolongi entdeckten wir in einem Salzsee Flamingos.
Lustige Absperrungen und Warnungen von Strassenschäden und Flickblätzen haben sie hier auch… einfach irgend welche Plastikteile, Blumentöpfe, Büchsen oder Flaschen werden mit Steinen auf die Stelle gelegt… es empfiehlt sich, in der Nacht besser keine kleinen Berg- und Nebensträsschen zu fahren.
Dann über die schwimmende Brücke zwischen Festland und Lefkada, wir mussten gerade eine Weile warten, weil sie für passierende Boote weggefahren war.
Die Suche nach einem netten Übernachtungsplatz erwies sich wieder mal abenteuerlich.
Eine steile Serpentinenstrasse führte zur Küste hinunter… sollte! Nach vielen Kilometern Kurven.. war 500m vorm Strand einfach nur noch ein gähnendes Loch zu sehen. Ein grosses Stück Belag und Untergrund war weggebrochen, die Strasse mit Kies und Sand verschüttet.
Soll ich nun retour da hochfahren oder besser versuchen zu wenden? Wir entschieden uns fürs Wenden und mit Sigis Anweisungen schafften wir das wieder mal Zentimeter genau, am steilen Abgrund.
Schade, da unten hätte uns ein Traumstrand mit Karibikgrünem Wasser erwartet. Ob das bis Sommer geflickt werden kann?
Beim nächsten Versuch wurden wir dafür mit einem mega tollen Strand und Felsenklippe belohnt. Die Parkplätze, für den Massentourismus ausgerichtet, Menschen- und Autoleer, so konnten wir in vorderster Reihe mit wunderschöner Aussicht stehen.
Genau richtig für Sigis Geburtstag. Wir bekamen noch Bulli Besuch von Simone mit Valentina, dem süssen Mopsmädchen, und genossen den Kaffee und Kuchen bei herrlichem Sonnenschein. Am nächsten Tag mussten wir doch noch die knapp 80 Stufen runter steigen und in das … sehr kühle, 14 grädige, Türkisbad steigen.
Das war denn schon das Highlight der Insel, wir waren schon etwas enttäuscht. Hatten wir doch wieder das Pech, bei der nächsten Strandsuche, nach holpriger Fahrt plötzlich vor dem Aus zu stehen. Sigi kundschaftete sicherheitshalber zu Fuss den Weg aus und stand kurz vor Schluss an einem verschlossenen blauen Gittertor.
Wir entschlossen uns, zum Wasserfall zu fahren, als wir dort ankamen vermisste Sigi ihr Portemonnaie, welches sie in der Jackentasche stecken hatte, als wir beim Kaffee mit Simone in Vasiliki sassen. Meine Versprechungen, dass Griechen sehr ehrlich, hilfsbereit und stolz seien, beruhigten sie wenig. So kehrten wir schnellstens zurück… der nette Kellner erkannte sie gleich, unterbrach seine Arbeit am Buffett und streckte strahlend den Geldbeutel Sigi entgegen.
Jaaa, hier in Griechenland fühlt frau sich noch sicher!

Die Nacht verbrachten wir doch noch auf dem Wasserfall Parkplatz bei Nidri.
Am Morgen stiegen wir dann los, den kleinen Weg, die Schlucht hoch. Teilweise war der Weg auch weggerissen und überspült. Hier wurde ich angenehm überrascht, es hat sich gelohnt, der Wasserfall führte genug Wasser und es war überwältigend.
Das Wasser klar und gar nicht so eisig… wir nahmen ein erfrischendes Bad.

Wir entschlossen uns aber, die Insel wieder zu verlassen. Wir wollten uns nochmal mit Itineo’s treffen, bevor sie auf die Fähre für die Rückreise müssen.
Zwei Nächte genossen wir zusammen bei Aktio Vonitsa, am Kitesurferstrand.
Beim Spazieren am Strand von der Lagune und Meer fanden wir Riesenmuscheln, bis zu 40 cm lang. Laut Google sind dies geschützte Steckmuscheln, welche im Meeresgrund stecken. Da sie als Delikatesse gelten, werden sie anscheinend, verbotenerweise, doch gepflückt (abgeschnitten). Da die schönen Schalen auch nicht gesammelt und ausgeführt werden dürfen, haben wir sie auf dem Tresen der Strandbar liegen gelassen… nachdem wir sie natürlich fotografiert haben.
Mit Itineos haben wir zusammen gesessen, gegessen und viel gelacht.

Heute sind wir dann weiter. Wir fuhren unter dem Ionischen Meer durch, durch den 7 km langen Meerestunnel von Aktio nach Preveza.
Irgendwie sind wir vom Peloponnes verwöhnt, diese abwechslungsreiche Schönheit, die karge Schroffheit der Mani, die prächtige Wildheit von Lakonien und all die netten, fröhlichen und kontaktfreudigen Menschen auf Peloponnes, haben es uns angetan.
Einige Plätze haben wir daher angefahren und sind ohne Begeisterung weiter gefahren.
Stehen jetzt für diese Nacht auf einer schmalen Landzunge, die zwischen Meer und dem Acheron Fluss liegt, im Städtchen Ammoudia.

Marktag und mehr…

Es war dann doch nicht so eine ruhigen Nacht… weil 1. Micky mehrmals raus musste, Wasser trinken wollte und Pipi musste, was in letzter Zeit immer häufiger ist und 2. der Bergbach zum Schlafen doch zu stark rauschte und die Akustik vom Womo ja bekanntlich gut ist und das Dröhnen und Gurgeln durch die Wände noch lauter klang.

Nach einem Kaffee und einem Stück Brot machten wir uns dann auf den Weg, die steile Strasse aus der Schlucht rauf war mehrfach mit kleineren und grösseren Erdrutschen, Geröll und Felsbrocken verschüttet. Wir schnauften jedenfalls auf, als wir oben ankamen.

In Kopanaki war der Bauernmarkt schon voll im Gange, Tina und Klaus waren schon da und wir drei Frauen gingen auf Einkaufstour. Das Angebot war viel schöner als die bisherigen Märkte und wir hatten tollen Spass.
Für das frische Obst und Gemüse erstanden wir auch gleich einen netten Weidenkorb, welche hier aus den vielen heimischen Kopfweiden geflochten werden.
Vor zwei Tavernen wurden Spanferkel, Hähnchen und spezielle Bratwürste gebraten.
Zu viert bestellten wir 1 kg Spanferkel und ein Poulet… lecker aber viel zu viel…
Ein magerer Strassenhund und unsere Vier freuten sich später an den Resten 🤗🐾👍🐾!

Bei Kakovatos fanden wir den nächsten Schlafplatz am Strand, da waren wir schon mal und auch die Hunde freuten sich, konnten sie doch schön lange frei rum tollen … bis die Ziegenherde vorbei kam, dann mussten sie natürlich an die Leine.

Die heutige Fahrt, oft auf kleinen unbefestigten Strassen in Strandnähe. Eine ganz andere Gegend als wir gewohnt waren. Viele kultivierte, grosse, flache Felder. Auch hier spürt man den Frühling, die Weiden mit saftig grünem Gras, zwischen den Olivenbäumen viele Blumenmeere… rote Anemonen, Margeriten, gelber Ginster am Strassenrand und rosa blühende Mandelbäume. Die Felder sind nicht mehr steinig wie sonst.
Viele Ziegen- und Schafherden ziehen weidend mit ihren Hirten und Hunden vorüber.
Die Flächen stehen noch oft unter Wasser, wie Seen sieht es aus und jede Menge Möwen und andere Vögel schwimmen drauf rum.
Wieder mal fahren wir an Lost Place Siedlungen vorbei. Diese sind am Strand in die Dünen gebaut worden, eigentlich sehr schöne Bauplätze mit Traumstrand vor dem Haus. Nur vermuten wir stark, dass diese Häuser falsch kalkuliert worden sind und sie den Bewegungen der Dünen nicht Stand halten konnten. Auch viele Bodenfundamente, die auf weitere Bauprojekte hinweisen, sind vor dem Hausbau schon am Zerfallen. In zweiter Reihe und auf der rechten Strassenseite stehen dann kilometerweit kleine Häuschen, die noch bewohnt werden.
Wieder mal benötigen wir Frischwasser, hier hat es nicht so viele öffentliche Brunnen wie in den Bergen.
Bei der kleinen Kirche am Strand von Paleochori hat es einen Wasserhahn mit Schlauchanschluss, wo wir unseren Schlauch anschliessen und Tank und Flaschen auffüllen.
Neben der Kirche ist der Platz überflutet und mit Schlamm und Treibgut übersät.
Am Strand hätte es hier paar schöne Plätze… wenn der Sturm nicht wäre. Er treibt den Sand wie Nebel umher und die Luft ist ganz grau.
Nein, so eine schaukelnde Sturmnacht wünschen wir nicht, fahren weiter nach Kastro Kyllini, die Kulisse, mit der Monschterburg vor der Burg zu stehen, hätte uns gefallen… doch ein lebensgefährlicher Platz für unsere Hundchen… zuviele Pinien überhangen mit Raupennester.
Doch nach kurzer Fahrt wurden wir fündig, ein super idealer und erst noch idyllischer Platz.. zwar ohne direkten Meerblick, dafür im Windschatten von Schilf, Büschen und grosser Düne auf einem Wiesenfleck. Genug Platz, um dem einzigen Womo hier nicht als Kuschelcamper zu nahe zu kommen 🤣!
Guet Nacht!

Lustig ist das Zigeunerleben…

Mehrmals hat es inzwischen stark geregnet, der Fluss bei der Lagune von Astros hat Hochwasser bis zur Strasse hoch.
Wir bleiben eine Nacht am vorderen Paralia Astros im Windschatten der Ruine und Berghang.

Über Bergstrassen fahren wir bei Sparta vorbei bis Mystras, stellen uns auf den Burgparkplatz, um mit den Hunden eine Runde um die Gemäuer zu laufen.
Mein Zehen behindert mich immer noch stark beim Gehen, Mist sowas!
Zum Übernachten ist der Platz arg schräg, in der Hoffnung, im nächsten Dorf bei der Taverne parken zu können, fuhren wir weiter hoch. An der fast nicht befahrenen Strasse konnten wir uns über dem Friedhof und unter der Kirche hinstellen.
Wir waren die einzigen späten Gäste, die sich in die ausgezeichnete Taverne bei dem Sauwetter verirrten, aber es hat sich gelohnt, wir wurden exzellent bekocht!
Diese Nacht prasselte der Regen nur so aufs Dach runter und in der Nacht mussten wir noch mit den Hunden auf Pipirunde durchs Dorf wegen einem Gewitter, da läuft Rulo sonst aus 🤣. Die Strasse hatte sich in einen Fluss verwandelt und wir waren eins, zwei klitschnass!


Montag nach Kalamata, Uschi und John besuchen und dann Garage für Ölwechseltermin aufsuchen. Konnten wir dann auch gleich zwei Stunden später machen lassen und auch gleich neue Öl- und Dieselfilter einsetzen lassen.
Neue Reifen wurden auch gleich bestellt.
Dann der Küste nach, zum Lost Place Camping in Agios Andreas, der Sturm hatte auch hier den Strand recht verwüstet. Hier nächtigten wir dann eine Nacht… tja ein bisschen in der Hoffnung, das süsse Kätzchen mit den leuchtend blauen Augen wieder zu sehen und vielleicht auch dieses vom Besitzer zu bekommen. Nun es sollte nicht sein, wir fuhren weiter nach Finikounda auf den Camping Thines, wo Tina und Klaus logierten.
Unsere Batterien erfreuten sich über lang vermisstes Landstromfutter, der übervolle Dreckwäschesack füllte gleich vier Waschmaschinen, die dann wie im Zigeunerlager kreuz und quer an Leinen ums Womo hängten. Der Wind half wacker mit, die erst regenweich gespülte Wäsche zu trocknen.
Donnerstag, pünktlich um den Pneuwechseltermin einzuhalten, waren wir abfahrbereit… bis auf den eben entdeckten Plattfuss hinten. Was nun… Klaus fragte mich nach Kompressor.. weder das und auch Reserverad war nicht an Bord, also holte er seinen Kompressor… ah so, du meinst dieses Ding, ja das hab ich auch.. noch nie ausgepackt, ist doch ein Reparaturset !? Also versuchten wir es mit meinem, nix geschah, auch mit Klaus seinem wollte das Loch nicht zu und die Luft nicht drin bleiben. Der überaus freundliche Campingplatzbesitzer und Klaus demontierten dann mit vereinten Kräften und improvisiertem Werkzeug und Wagenheber das Rad, der Campingchef fuhr das Rad und mich in die nächste Werkstatt, wo der nette Mann gemütlich einen Flicken in den Reifen klebte und meinte … schön langsam fahren, dann hält’s bis Kalamata. Glück im Unglück, hätte ja auch auf der Fahrt passieren können. Der Übeltäter… ein 5 cm langer Nagel in der Seitenwand hat ein Schlitz rein gerissen.
Übrigens die „Neuen Schuhe“ gefallen der Monschterburg und es lässt sich angenehm damit fahren. (Michelin Agilis Winter)
Nun besuchen wir nochmal Uschi und John und verabschieden uns von Ihnen bei einem leckeren Essen in der benachbarten Taverne. Sie fahren am Montag nach Österreich zurück. Wir schlafen nochmals beim Strand von Messini.
Richtung Pylos am nächsten Tag weiter mit Regen, Nebel und Bergstrassen. Bei Kazarma Richtung Polylimnio Waterfalls, ein Parkplatz, neu gebautes Holzhaus/Taverne und keine Menschenseele, wer wollte auch zu dieser Jahreszeit hier runter laufen, ganz geheuer war es ja wirklich nicht, wurde doch auf Steinschlag hingewiesen und es lagen auch genug Felsbrocken und Steine auf dem Weg. Das Flüsschen, vom vielen Regen stark angeschwollen, rauschte dröhnend vorbei und wir mussten aufpassen, dass die Hunde nicht rein gingen. Ein Stück kletterten wir noch den holprigen Weg entlang und Sigi versuchte, noch weiter zum nächsten Wasserfall zu kommen. Musste dann aber auch aufgeben, das Wasser wurde zu tief.
Auf diesem Parkplatz für die Nacht zu bleiben schien mir zu früh, leider war danach auf der Fahrt über die Bergstrecke kein geeigneter Platz mehr zu finden. So erreichten wir Kalo Nero erst Abends, es war inzwischen schön warm und angenehm. Der grosse Platz am Strand war leer und ruhig für eine Nacht… bis auf ein Auto mit zwei komischen Typen, die sich ausgerechnet paar Meter neben uns stellen mussten zum Übernachten im PW 😡. Hatten dann auch noch lange den Motor laufen zum Wärmen!
Nun wollten wir (wie wir rausgefunden hatten und ich letztes Mal beim Vorbeifahren sah) Tibor‘s Puppen Museum besichtigen.
Leider nur von Aussen, es war verschlossen und ein trauriger Anblick. Ein Erd- und Schlammrutsch hatte das liebevoll aufgebaute Museum, das mit allem Möglichen, was das Ehepaar irgendwo fand, erschaffen wurde, zerstört. Schade!

So fuhren wir weiter über Figaleia nach Parivolia, die Neda Wasserfälle sahen wir leider nicht, war uns doch zu weit zum wandern. Die Dorfsträsschen wie immer total eng und oft zugeparkt.
Die Strassen oft überschwemmt mit Schlamm, Geröll, Steinen und Felsbrocken. Die Unwetter haben ihre Spuren hinterlassen!
In der Schlucht unten ein milchig grüner Fluss, reissen wild.. wie in den Schweizer Bergen. Da gehen wir mal mit den Hunden eine Runde. Wagen uns erst mit dem Womo den Weg hinab, bis ein Plätzchen zum Verweilen lädt. Es ist herrlich sonnig warm, den Hunden und uns gefällts super, wir bleiben diese Nacht!
Machens uns gemütlich, Sigi kocht ein fürstliches Mahl. Herrliche Stille nur Vogelgezwitscher und das Rauschen vom Bach. Wieder mal einzige Aussenbeleuchtung… Vollmond und Sterne🤗

Morgen gehts nach Kopanaki zum Bauernmarkt… hoffentlich… der sollte, wie wir hörten, jeden Sonntag sein!
Da treffen wir auch wieder auf Itineo‘s 👍